Im Missbrauchsskandal um den früheren BBC-Moderator Jimmy Savile gibt es offenbar weitaus mehr Opfer als bislang bekannt. Mindestens 500 Menschen hätten angegeben, von dem 2011 verstorbenen Entertainer sexuell missbraucht worden zu sein, teilte die nationale Gesellschaft zur Verhinderung von Grausamkeiten an Kindern (NSPCC) mit. Der 2011 im Alter von 84 Jahren verstorbene Fernsehstar habe unter anderem Kontakte zu höchsten Kreisen genutzt, um in einer streng gesicherten psychiatrischen Heilanstalt agieren zu können, heißt es in einem Bericht der Kinderschutzorganisation NSPCC.

Savile war unter anderem wegen seiner Sendungen Top of the Pops und Jim'll fix it im britischen Fernsehen bekannt. Nach seinem Tod wurden zahlreiche Vorwürfe laut, wonach er seinen Ruhm ausnutzte, um systematisch Minderjährige sexuell zu missbrauchen. Opfer waren hauptsächlich Mädchen und junge Frauen.

Einem 2013 veröffentlichten Polizeibericht zufolge beging Savile in einem halben Jahrhundert mindestens 214 sexuelle Übergriffe. Die jüngsten Recherchen der NSPCC sind Teil einer Dokumentation der BBC, die am Abend ausgestrahlt wird.

Demnach sollen vor allem an der psychiatrischen Klinik Broadmoor viel mehr junge Menschen den Verbrechen Saviles zum Opfer gefallen sein als bisher angenommen. Bislang hatte die Polizei 16 ihm zur Last gelegte Fälle sexuellen Missbrauchs in der Institution gemeldet. Der Entertainer sei ein "umtriebiger Sexualverbrecher gewesen, der keine Gelegenheit ausließ, um verletzliche Opfer zu identifizieren und sie zu missbrauchen", sagte NSPCC-Direktor Peter Watt.