Der mit 100.000 Euro dotierte Spitzenplatz beim Deutschen Schulpreis geht in diesem Jahr an eine Mädchen-Realschule in München. Die städtische Anne-Frank-Realschule leiste mit ihrem naturwissenschaftlichen Profil einen wichtigen Beitrag dazu, Mädchen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und dem Fachkräftemangel in diesen Berufen entgegenzuwirken, begründete die Jury ihre Wahl. 

Fünf weitere mit je 25.000 Euro ausgestattete Preise gingen an die Erich-Kästner-Schule in Hamburg, die Römerstadtschule in Frankfurt/Main, das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Lüdenscheid, das Regionale Berufsbildungszentrum Wirtschaft in Kiel und an die SchlaU-Schule/Schulanaloger Unterricht für Flüchtlinge in München. Nach einer Vorauswahl waren zuletzt 15 Schulen nominiert.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) überreichte die Preise in Berlin. "Jeder, der das Zeug hat, muss unabhängig von Herkunft und Geschlecht die Chance haben, seinen Weg zu gehen und jeder hat, wenn es sein muss, auch mehr als nur eine Chance verdient", sagte er dabei. Für all dies stünden die für den Deutschen Schulpreis nominierten Schulen.

Sechs Maßstäbe für Qualität

Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Seitdem haben sich mehr als 1.500 Schulen für die Auszeichnung beworben. Prämiert werden jeweils sechs Schulen, die hervorragende Leistungen erbringen und Vorbilder für Schulentwicklung in Deutschland sein können.

Bei ihrer Entscheidung bewertet eine Fachjury aus Schulpraktikern und Wissenschaftlern sechs Qualitätskriterien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. 

Den Lehrern der Sieger-Schule aus München ist es nach Angaben der Stiftungen in den vergangenen 14 Jahren gelungen, das Interesse der Mädchen an Naturwissenschaften kontinuierlich zu steigern. Über die Hälfte der Schülerinnen entscheide sich für ein naturwissenschaftliches Wahlpflichtfach. Ein Viertel der Absolventinnen beginne nach dem Abschluss eine technische Ausbildung.