Zwei Monate nach dem qualvollen Tod eines Häftlings mit einer nicht erprobten Giftmischung haben 21 Todeskandidaten im US-Bundesstaat Oklahoma Klage gegen die Strafvollzugsbehörde eingereicht. Sie beschuldigen den Staat, mit unerprobten Medikamenten "biologische Versuche an Gefangenen" durchzuführen. Damit kritisieren sie vor allem die Hinrichtungsmethode, die auch ihnen droht. In Oklahoma war Ende April die Hinrichtung eines Todeskandidaten nach zwei Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Erst 43 Minuten nach der Injektion der nicht erprobten Giftmischung erlitt Clayton Lockett einen tödlichen Herzinfarkt.

Die 21 Kläger sehen nach eigenen Angaben die große Gefahr, dass die Strafvollzugsbehörde bei ihnen "die gleichen oder ähnliche Produkte und Prozeduren anwenden werde" wie bei der Hinrichtung am 29. April. Das wollen sie mit ihrer Klage verhindern und fordern, dass das Gericht alle Hinrichtungen stoppt, die mit der in Oklahoma derzeit üblichen Methode vollzogen werden sollen. Das Verfahren berge das Risiko großer Schmerzen und schweren Leidens für die Verurteilten. Die Substanzen, die bei Hinrichtungen benutzt würden, seien dafür ungeeignet.

Nach der schweren Panne setzte Oklahoma alle Hinrichtungen für sechs Monate aus, die nächste Vollstreckung einer Todesstrafe in dem Bundesstaat ist aber schon terminiert: Sie soll am 13. November stattfinden.

Der Vorfall hatte in den USA die Debatte über die Todesstrafe neu angeregt, Präsident Barack Obama bezeichnete die Hinrichtung als "zutiefst verstörend". Dennoch wurden im Juni wieder zwei Menschen in den USA exekutiert: in den Bundesstaaten Missouri und Georgia. Das Oberste Gericht hatte in beiden Fällen kurz vor der Vollstreckung der Todesstrafe Einsprüche der Häftlinge zurückgewiesen. Die beiden Todeskandidaten hatten unter Berufung auf die Verfassung, die jegliche "grausame und ungewöhnliche Bestrafung" verbietet, einen Aufschub beantragt. Hintergrund war auch hier der Fall Lockett. Eine Woche später wurde ein Mensch in Florida hingerichtet.

Die USA haben Probleme mit der Versorgung mit den für die Giftinjektionen verwendeten Mitteln, seitdem die europäischen Zulieferfirmen sich weigern, dafür das Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Mehrere der 32 Bundesstaaten, die in den USA die Todesstrafe vollstrecken, benutzen seitdem für Hinrichtungen neue Mittel, die teils aber nicht offiziell zugelassen und erprobt sind.