Türkische Staatsbürger, die zu ihrem Ehepartner nach Deutschland ziehen wollen, können dies künftig auch ohne Nachweis von Deutschkenntnissen tun. Der 2007 eingeführte Sprachtest als Voraussetzung des Ehegattennachzugs sei nicht mit einem früheren Abkommen mit der Türkei vereinbar und erschwere die Familienzusammenführung, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem in Luxemburg verkündeten Urteil. (Az. C-138/13)

Der Gerichtshof betonte, die Familienzusammenführung sei "ein unerlässliches Mittel zur Ermöglichung des Familienlebens türkischer Erwerbstätiger", die in der EU arbeiten. Die Familienzusammenführung verbessere für die Betroffenen die "Qualität ihres Aufenthalts" und fördere ihre Integration in den jeweiligen EU-Staaten.

Seit 2007 müssen Männer oder Frauen, die ihren Ehepartnern nach Deutschland folgen wollen, grundlegende Deutschkenntnisse nachweisen. Dies soll die Integration fördern und Zwangsverheiratungen erschweren. Im Fall der Türkei verstößt es dem Gericht zufolge gegen Vereinbarungen mit der EU aus den 1970er Jahren.