In den USA gibt es seit Jahren immer wieder Fälle von offenbar willkürlicher Polizeigewalt gegen Schwarze. Dass die Täter oft unbestraft bleiben oder nur milde Strafen bekommen, sorgt für wütende Proteste und führt häufig zu Ausschreitungen. Diese nicht vollständige Liste zeigt Fälle der vergangenen Jahre:

November 2014: Der weiße Polizist Darren Wilson, der in Ferguson (Missouri) den unbewaffneten schwarzen Teenager Michael Brown erschossen hat, muss nicht vor Gericht. Eine Geschworenenjury sieht keine Beweise für eine Straftat. Nach der Entscheidung gibt es Proteste und Krawalle. 

Juli 2010: Ein weißer Bahnpolizist erschießt in Oakland (Kalifornien) einen unbewaffneten Schwarzen. Die Anklage lautet auf Mord, doch kommt der Schütze mit einem milden Urteil wegen fahrlässiger Tötung davon. Er muss für zwei Jahre in Haft. Die Entscheidung führt zu Ausschreitungen in Oakland.

November 2006: New Yorker Polizisten feuern Dutzende Schüsse auf einen unbewaffneten Schwarzen ab. Der Mann war mit Freunden auf dem Heimweg von einem Barbesuch und hatte mit seinem Auto einen Polizeiwagen gerammt. Drei Polizisten werden angeklagt und eineinhalb Jahre später freigesprochen, weil der Richter Widersprüche in Zeugenaussagen sah. Das Urteil löst wütende Proteste aus. Die Polizei zahlt eine Millionenentschädigung.

April 2001: Ein Polizist erschießt in Cincinnati (Ohio) einen unbewaffneten Schwarzen. Der 19-Jährige war bei einer Kontrolle geflüchtet. Der Polizist wird freigesprochen. Wegen der anschließenden Unruhen rufen die Behörden in Cincinnati den Notstand aus.

Februar 2000: Vier Polizisten, die einen afrikanischen Einwanderer erschossen haben, werden freigesprochen. Das Urteil der Jury aus schwarzen und weißen Schöffen ist umstritten, in New York kommt es zu Ausschreitungen.

März 1991: Vier Autobahnpolizisten schlagen den Afroamerikaner Rodney King nach einer Verfolgungsjagd zusammen. Die Tat wird durch ein Amateurvideo weltweit bekannt. Der Freispruch für die Polizisten löst in Los Angeles Unruhen mit Dutzenden Toten aus. In einem Revisionsverfahren werden zwei der Polizisten 1993 zu jeweils 30 Monaten Haft verurteilt. Das Opfer erhält eine millionenschwere Entschädigung.