Bis zu 50 Millionen Menschen sind an der US-Ostküste in Alarmbereitschaft. Der nationale Wetterdienst warnt vor "Juno", einem historischen Blizzard, der in den Abendstunden das Festland erreichen könnte. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte: "Das könnte ein Sturm sein, wie wir ihn noch nie gesehen haben."

New York habe viele schwere Schneestürme erlebt, sagte de Blasio. Aber die Bewohner sollten sich auf noch Schlimmeres gefasst machen. Der nationale Wetterdienst sprach von einem lebensbedrohlichen Blizzard. Schon jetzt herrscht an der Ostküste Ausnahmezustand. Auf rund 400 Kilometern entlang der Küste werde es laut Wetterdienst zu heftigen Schneefällen in sieben Bundesstaaten kommen.

Der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben oder bei der Arbeit früh Schluss zu machen. Der öffentliche Nahverkehr und Straßen könnten noch vor dem abendlichen Berufsverkehr geschlossen werden, sagte er. Generell muss im Verkehr mit langen Verspätungen gerechnet werden, Fluggesellschaften haben bereits mehr als 3.500 Flüge für Montag und Dienstag ausfallen lassen, wie die Zeitung USA Today mitteilte. Fluggäste aus anderen Regionen müssten sich darauf gefasst machen, dass viele Verbindungen gestrichen würden.

Bis zu 60 Zentimeter Neuschnee erwarten Meteorologen. Die Warnung gilt für die gesamte nördliche Hälfte der US-Ostküste bis nach Kanada. In Neu-England könnten sogar 90 Zentimeter Neuschnee fallen. Die Winde können bis zu 80 Kilometer pro Stunde erreichen, streckenweise rechnen die Meteorologen sogar mit Hurrikanstärken. Der schwerste Niederschlag wird in der Nacht erwartet.  

Die New Yorker bereiten sich seit Tagen auf den Sturm vor: Einige Supermärkte sind fast leer geräumt, wie die Nachrichten-Webseite Mashable mitteilte. Unter dem Hashtag #Blizzardof2015 finden sich zahlreiche Fotos von leeren Regalen und Menschenmassen, die sich in Lebensmittelläden drängen. In einem Haushaltswarenladen in Manhattan wurden am Wochenende fast doppelt so viele Schaufeln verkauft wie sonst üblich.

Der Schneefall gepaart mit dem starken Wind sei ein Rezept für eine potenzielle Katastrophe, sagte der Meteorologe Tom Kines USA Today. Eisige Stürme sind im Nordosten der USA im Winter nicht ungewöhnlich, sie sorgen meist für Verkehrschaos in den Metropolen wie New York. Dieser Sturm könnte allerdings einer der fünf stärksten Blizzards in New York sein, wie The Weather Channel mitteilte. Die Rekordliste könnte auch als Hinweis auf den Klimawandel gedeutet werden: Fünf der zehn schlimmsten Stürme waren laut Website Weather Underground in den letzten elf Jahren.

US-Präsident Barack Obama ist derzeit bei einem Staatsbesuch in Indien. Er werde aber über den Sturm auf dem Laufenden gehalten, sagte sein Sprecher Josh Earnes. Das Weiße Haus halte Kontakt mit Vertretern der möglicherweise betroffenen Staaten.