Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof hat Rumänien in zwei Verfahren wegen Missständen in Gefängnissen und fehlender juristischer Aufarbeitung eines Todesfalls verurteilt.

Die Straßburger Richter sahen es in ihren Urteilen als erwiesen an, dass ein rumänischer Häftling über Jahre hinweg menschenunwürdig behandelt wurde. Er erhielt 7.800 Euro Schadenersatz zugesprochen.

Im zweiten Verfahren kritisierte der Menschenrechtsgerichtshof die rumänische Justiz, weil sie die Erschießung des Ehemanns der Klägerin nicht umfassend aufgearbeitet habe. Der Mann war während der Unruhen im Jahr 1989 vor seinem Haus in Bukarest mutmaßlich von Soldaten des Ceaușescu-Regimes getötet worden. Die Frau erhält nun 15.000 Euro Schmerzensgeld.