Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben im Himalaya haben Helfer Behördenangaben zufolge mehrere Überlebende aus Trümmern und Erdmassen gerettet. Unter ihnen sei ein 105 Jahre alter Mann, teilte die Polizei in Nepal am Sonntag mit. Der gerettete Greis sei verletzt, aber außer Lebensgefahr, hatte Innenministeriumssprecher Laxmi Dhakal zuvor gesagt. Er habe seit dem Erdbeben am Samstag vor einer Woche unter den Überresten seines Lehmhauses im Dorf Kimtang im Distrikt Nuwakot gelegen.

Drei andere Überlebende – zwei Frauen und ein Mann – wurden im Dorf Kerabari im Distrikt Sindhupalchok gefunden. Nepalesische Soldaten und Polizisten hätten sie am Sonntag aus den Trümmern befreit, sagte der örtliche Polizist Ram Bahadur Nepali. Zwei der Überlebenden lagen demnach unter den Überresten ihres Lehmhauses, der dritte wurde in der Nähe von einem Erdrutsch erfasst und begraben.

Das Erdbeben mit einer Stärke von 7,8 hatte am Samstag vor einer Woche den Himalaya erschüttert. Es war das schwerste Beben seit mehr als 80 Jahren. Die Regierung Nepals hatte am Wochenende erklärt, es gebe quasi keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu finden. Deswegen sollten sich alle verfügbaren Kräfte auf die Verteilung von Zelten, Nahrungsmitteln und Medikamenten konzentrieren. Zuletzt waren am Donnerstag ein 18-Jähriger sowie eine junge Frau gerettet worden.

Zelte und Werkzeuge fehlen

Die Verteilung der lebensnotwendigen Güter vor allem in die entlegenen Gebiete ist aber nach wie vor sehr schwierig. Noch immer müssen viele Menschen unter freiem Himmel schlafen. Sie seien dringend auf gute Zelte und Werkzeuge zur Reparatur von Unterkünften angewiesen, teilte das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) mit. Die Regierung in Kathmandu erklärte, sie habe keine Zelte mehr. In den am schwersten betroffenen Distrikten Gorkha und Sindhupalchok wurden bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört.

Die Zahl der Toten ist auf mehr als 7.200 gestiegen. Bisher seien 7.250 Opfer bestätigt, teilte ein Sprecher der Regierung am Sonntag mit. Unter den Toten befinden sich sechs Ausländer und 45 Einheimische, die jetzt auf einer beliebten Wanderroute entdeckt wurden.

Für die internationalen Helfer, die in den vergangenen Tagen unter anderem mit schlechtem Wetter und der Unzugänglichkeit vieler zerstörter Himalaya-Dörfer zu kämpfen hatten, ergab sich ein neues Problem. Der internationale Flughafen von Kathmandu musste wegen Schäden auf der einzigen Landebahn für große Militär- und Frachtmaschinen geschlossen werden.

Wie viele Touristen noch in den Bergen festsitzen, scheint unklar. Verschiedene Behörden in Nepal machten dazu unterschiedliche Angaben. So werde zum Beispiel im Gebiet am Tamang Heritage Trail nach zwei jungen Frauen aus Niedersachsen und anderen Touristen gesucht, sagte die Mutter von einer der Vermissten. Zuletzt sprach das Auswärtige Amt noch von Dutzenden Deutschen, zu denen kein Kontakt bestehe.

*****Hilfsorganisationen rufen dringend zu Spenden für Nepal auf. An folgende Konten können Sie überweisen:Aktion Deutschland Hilft: Spendenkonto 102030 bei der Bank für Sozialwirtschaft Köln, Bankleitzahl 37020500, IBAN DE62370205000000102030
Caritas: Spendenkonto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, Bankleitzahl 66020500, IBAN DE88660205000202020202
Diakonie Katastrophenhilfe: Spendenkonto 502502, Evangelische Bank, Bankleitzahl 52060410, IBAN DE68520604100000502502
Save the Children: Spendenkonto 929 bei der Bank für Sozialwirtschaft, Bankleitzahl 10020500, IBAN DE92100205000003292912. BIC BFSWDE33BER, Stichwort: Soforthilfe Nepal