Der nach einem Brand in einem thüringischen Flüchtlingsheim tot aufgefundene Mann aus Eritrea hat das Feuer wahrscheinlich selbst gelegt. Das teilte die Polizei mit. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann sich das Leben genommen hat. Einen fremdenfeindlichen Brandanschlag schließt die Polizei aus.

"Es gibt keine Spuren einer äußeren Gewalteinwirkung am Leichnam", sagte Polizeisprecherin Heidi Sonnenschmidt nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung. Der 29-jährige Asylbewerber sei demnach an einer Rauchgasvergiftung gestorben. 

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde ein Brandbeschleuniger eingesetzt. Die technischen Untersuchungen hätten ergeben, dass das Feuer durch eine bislang unbekannte brennbare Flüssigkeit beschleunigt worden sei, teilte die Polizei mit. Den Angaben zufolge war das Zimmer, in dem der Brand ausgebrochen war, von innen verschlossen.

Das Feuer in der Asylbewerberunterkunft im thüringischen Saalfeld war am späten Montagnachmittag ausgebrochen. Feuerwehrleute hatten bei ihrem Einsatz die Leiche des jungen Mannes gefunden.

In der Gegend war es bereits im März zu einem Brand in einer Asylbewerberunterkunft gekommen, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden.

Das Feuer in Saalfeld ist der dritte Brand in Thüringen binnen weniger Tage. Zuvor war in der 150-Einwohner-Gemeinde Bischhagen im Landkreis Eichsfeld ein Haus in Flammen aufgegangen, in das Flüchtlinge einziehen sollten. Am Sonntag hatte es in einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Friemar ein Feuer gegeben.