Die Münchner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen die frühere bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer eingestellt. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II mit. Sowohl der Verdacht des Betrugs als auch der Steuerhinterziehung "sind in Hinblick auf meine Mandantin ausgeräumt", sagte der Anwalt der CSU-Politikerin, Walter Rubach.  

Seine Mandantin werde aber einen Strafbefehl wegen eines Verstoßes gegen die Abgabenordnung akzeptieren, sagte Rubach. Durch Haderthauers Handeln hätte aufgrund eines möglichen Verstoßes ein Schaden in Höhe von 2.300 Euro für die Jahre 2007 und 2008 entstanden sein können.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass sie die Landtagspräsidentin Barbara Stamm gebeten habe, die Immunität Haderthauers aufzuheben. Denn trotz der niedrigen Summe handelt es sich um ein strafbares Steuervergehen. Gegen Haderthauers Ehemann soll demnächst Anklage erhoben werden.

Haderthauer war mit ihrem Ehemann, Hubert Haderthauer, bis 2008 Miteigentümer des Unternehmens Sapor Modelltechnik. Dieses verkaufte teure Modellautos, die von Straftätern in der Psychatrie gebaut wurden. Wichtigster Konstrukteur war ein Dreifachmörder.