Der Vatikan hat zwei Personen festgenommen, die verdächtigt werden, vertrauliche Dokumente weitergegeben zu haben. Es handle sich dabei um einen Geistlichen und eine Frau. Sie seien über das Wochenende von der vatikanischen Gendarmerie verhört worden, teilte der Kirchenstaat mit.

Der Priester, ein Mitglied des erzkonservativen Bundes Opus Dei, sei im Vatikan inhaftiert. Er war Sekretär in der Kommission für die Überprüfung der Wirtschafts- und Verwaltungsstrukturen des Vatikan (Cosea), die von Papst Franziskus gegründet worden war. Die Frau habe mit den Ermittlern zusammengearbeitet und sei inzwischen freigelassen worden. Sie hatte ebenfalls in der Cosea gearbeitet.

Vor drei Jahren waren Dokumente des emeritierten Papstes Benedikt XVI. veröffentlicht worden, die zu einem Skandal in dem Kirchenstaat führten. Der Vatikan machte es daraufhin zur Straftat, vertrauliche Dokumente und Informationen zu veröffentlichen.

Italienische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass der Vatikan ermitteln würde, da Unbekannte versucht hatten, den Computer des Finanzvorstandes Libero Milone zu stehlen. Ob die Festnahmen im Zusammenhang mit diesen Berichten stehen, kommentierte der Vatikan nicht.