Die Behörden in Berlin rechnen in diesem Jahr mit einem Rekordstand von insgesamt mehr als 5.000 Demonstrationen in der Hauptstadt. Bis zum 17. Dezember zählte die Polizei 4.901 Kundgebungen und Demonstrationszüge. Mit 4.959 Versammlungen wurde bereits im vergangenen Jahr ein Spitzenwert erreicht.


"Die Erwartung, dass es in diesem Jahr bei den Demonstrationen etwas weniger wird, hat sich nicht bestätigt. Es ist seit drei Jahren eine Anspannung auf hohem Niveau", sagte Polizeipräsident Klaus Kandt. Das werde sich auch in den nächsten beiden Jahren kaum verändern. Im kommenden Jahr wird in Berlin gewählt, 2017 ist Bundestagswahl. In Wahljahren werde erfahrungsgemäß immer besonders viel demonstriert.

Dabei musste Berlin mit weniger Hilfe von außen auskommen: "Wir hatten das Problem, dass andere Bundesländer und die Bundespolizei uns nicht so stark wie in der Vergangenheit unterstützen können", sagte Kandt. Das habe mit dem Flüchtlingsthema zu tun. Besonders die Bundespolizei müsse dafür viele Leute abstellen.

Von den fast 5.000 Demonstrationen stufte die Polizei 14 als gewalttätig ein. Die bekannteste Krawalldemonstration am 1. Mai hat sich aus Sicht der Polizei aber zum Positiven verändert. Kandt sei "da sehr zufrieden und auch guter Dinge", dass die Zusammenarbeit mit dem Bezirk und den Veranstaltern des MyFestes fortgeführt werden könnte.