Spezialkräfte der Polizei aus mehreren Bundesländern haben am Dienstagmorgen neun Wohnungen und Geschäfte der Salafistenszene in Bremen durchsucht. Hintergrund soll ein Streit zwischen Salafisten über die Auslegung des Islams gewesen sein.

Bei der Großrazzia habe es zwei Verletzte gegeben, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Außerdem soll es Pläne gegeben haben, einen Menschen zu töten. Es ginge um "eine akute Bedrohung von Bremer Salafisten untereinander", so die Polizei.

Die Polizei stellte nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Identität mehrerer Verdächtiger fest. Haftbefehle habe es aber nicht gegeben, sagte die Sprecherin. Bei den Durchsuchungen in den Stadtteilen Gröpelingen, Lesum, Walle und Woltmershausen stellten die Ermittler Handys und Computer sicher. 

Der islamistischen Szene in Deutschland werden mehr als 43.000 Menschen zugerechnet, darunter schätzungsweise 8650 Salafisten. Bremen gilt als eine Salafistenhochburg. Experten schätzen die Zahl der Anhänger dieser extrem konservativen islamistischen Strömung im kleinsten Bundesland auf rund 360.

Erst im Februar hatte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) einen salafistischen Verein verboten, weil dieser im Verdacht stand, Terrorkämpfer für den Syrien-Einsatz zu rekrutieren.