In Bonn ist am vergangenen Samstag ein 17-Jähriger von drei unbekannten Tätern brutal attackiert worden. Der Jugendliche erlitt so schwere Verletzungen, dass er in der Nacht zu Freitag im Krankenhaus starb. 

Nach Angaben der Polizei befand sich der Jugendliche im Bezirk Bad Godesberg gemeinsam mit Freunden auf dem Heimweg, als er auf eine Gruppe junger Männer traf. Drei von ihnen sprachen den 17-Jährigen an und schlugen ihn dann unmittelbar nieder. Auch als er am Boden lag, prügelten und traten sie weiter auf ihn ein.

Der Jugendliche musste von einem Notarzt reanimiert werden und schwebte seither in Lebensgefahr. Auch ein 18 Jahre alter Begleiter und eine gleichaltrige Freundin des Jungen wurden von den Unbekannten angegriffen. Erst als weitere Zeugen zu Hilfe kamen, ließen die Täter von ihren Opfern ab und flohen.

Von den Tätern fehlt bislang jede Spur. "Wir ermitteln weiter mit Hochdruck", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe Hinweise, Einzelheiten könne er aber mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht nennen. In der Nähe des Tatorts hatten die Beamten Flugblätter mit Fahndungsaufrufen an Passanten verteilt. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise, die zu den Tätern führen, eine Belohnung von 3.000 Euro ausgesetzt. 

Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke (CDU) fordert "Härte und Konsequenz" beim Verfolgen der Täter. Brutalität und Skrupellosigkeit hätten eine "ganz neue Dimension" erreicht.

Demonstrationen am Samstag

Im Bonner Bezirk läuteten am Freitag um 12 Uhr alle Totenglocken. Das Geläut soll am Samstag zur gleichen Zeit wiederholt werden, berichtet der Bonner Generalanzeiger. "Wir wollen damit ein Zeichen der Anteilnahme setzen und fordern alle Bürger auf, beim Erklingen der Glocken einen Augenblick innezuhalten und an Niklas und seine Angehörigen zu denken. Auch soll das Geläut eine Mahnung für ein Miteinander ohne Gewalt sein", sagte Dechant Wolfgang Picken der Zeitung.

Für Samstag sind in Bad Godesberg zwei Demonstrationen angemeldet. Das Bündnis "Bonn stellt sich quer" will gegen eine rechtsgerichtete Kundgebung protestieren, zu der nach Polizeiangaben 150 Teilnehmer angemeldet sind. Die Rechtsextremen wollten die Gewalttat an dem 17-Jährigen für ihre Zwecke instrumentalisieren, kritisierte das Bündnis. Die rechtsgerichtete Kundgebung unterstellt, Migranten seien für die Prügel-Attacke verantwortlich. Die Täter sahen Zeugenangaben zufolge südländisch aus, sollen aber akzentfrei Deutsch gesprochen haben.