Vor dem Absturz der Egyptair-Maschine ins Mittelmeer hat es französischen Ermittlungen zufolge an mehreren Stellen im Flugzeug Rauchentwicklung gegeben. Ein Sprecher des Luftunfall-Ermittlungsamts sagte, das automatische Meldesystem des Flugzeugs habe einige Minuten vor dem Verschwinden vom Radar Mitteilungen geschickt, denen zufolge es Rauch gegeben habe. Rückschlüsse auf die Unglücksursache könnten daraus aber noch nicht gezogen werden.

Das Wall Street Journal und der Fernsehsender CNN hatten zuvor berichtet, dass kurz vor dem Absturz der Maschine automatische Rauchmelder Alarm geschlagen hätten. Die Warnsignale wurden demnach automatisch am Donnerstagmorgen um 02.26 Uhr abgesetzt – kurz danach verschwand der Airbus mit 66 Menschen an Bord von den Radarschirmen.

Der Rauch soll demnach in der Toilette aufgetreten sein sowie in einem Geräteraum unterhalb des Cockpits, in dem wichtige Geräte für die Bordelektronik untergebracht sind. Die Signale hätten davor gewarnt, dass das Flugkontrollsystem nicht richtig funktioniere, heißt es weiter in den Berichten. Außerdem meldete die Elektronik Probleme mit dem rechten Pilotenfenster.

Die Signale wurden vor dem Absturz über das satellitengestützte Kommunikationssystem ACARS abgesetzt. "Das System sendete sehr deutliche Meldungen", sagte der Luftfahrtexperte Tim van Beveren der Deutschen Welle. Die Daten werden automatisch übermittelt, unter anderem, um Bodenstationen über mögliche Reparaturaufträge zu informieren. Sie können jedoch auch erste Anhaltspunkte für die Analyse von Unglücken liefern.

Ägyptisches Militär findet Sitze, Trümmer und Körperteile

Der französische Behördensprecher sagte, trotz der Hinweise auf Rauch in der Maschine sei es "noch viel zu früh", um die Umstände des Unglücks "zu erklären und zu verstehen". Dazu müssten nun vor allem der Flugschreiber gefunden werden.

Die Suche nach den Wrackteilen läuft derweil weiter: Das ägyptische Militär hat nach Angaben der Fluggesellschaft EgyptAir Körperteile von Insassen der abgestürzten Maschine im Mittelmeer gefunden. Zudem seien weitere Trümmerteile, persönliche Gegenstände und Sitze geortet worden, teile die Airline mit.

Über Satellitenbilder konnte möglicherweise auch eine Ölspur des Flugzeugs ausgemacht werden. Der Sentinel-1A habe rund 40 Kilometer südöstlich der letzten bekannten Position des Airbus einen etwa zwei Kilometer großen Fleck im Wasser ausgemacht, bei dem es sich um Öl handeln könne, teilte die europäische Raumfahrtagentur ESA mit.

Mysteriös erscheint den Experten, dass die als erfahren geltenden Piloten vor dem Absturz keinen Notruf absetzten. Der Airbus war plötzlich nach rechts und links geschlingert, bevor er ins Mittelmeer stürzte. Mehr Klarheit kann aber nur eine Auswertung der Flugschreiber geben. Das Meer ist in dem vermuteten Absturzgebiet auf halber Strecke zwischen Kreta und Alexandria 2.500 bis 3.000 Meter tief. Die Bergung der Blackboxes könnte daher dauern. Frankreich schickte ein Spezialschiff zur Suche danach.

Griechenland hilft bei der Suche

Der französische Außenminister Jean-Marc Ayrault warnte vor voreiligen Schlüssen zur Absturzursache. Er sagte dem Sender France-2, es gebe "absolut keinen Hinweis", warum das Flugzeug abstürzte. Der stellvertretende Verkehrsminister Alain Vidalies sagte dem Radiosender France Info, zu diesem Zeitpunkt werde keine Theorie favorisiert.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sissi beauftragte Experten von Marine, Luftwaffe, Armee und das Luftfahrtministerium mit der Suche. Zudem trafen drei französische Ermittler und ein Technikexperte von Airbus in Kairo ein, um bei der Aufklärung zu helfen. Auch Griechenland sucht das Seegebiet mit Flugzeugen und einer Fregatte ab. Am Donnerstag hatte es zunächst widersprüchliche Meldungen über Funde südöstlich der griechischen Insel Karpathos gegeben.

Flug MS804 war in der Nacht zum Donnerstag mit 66 Menschen an Bord von Paris nach Kairo unterwegs, als er vom Radar verschwand.