Weiterhin willkommen: Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) befürworten rund 81 Prozent der Deutschen weiterhin grundsätzlich die Aufnahme von Flüchtlingen. Und das, obwohl die Mehrheit der Befragten mit der Zuwanderung mehr Risiken als Chancen verbindet. Zugleich plädieren rund drei Viertel der Befragten dafür, dass Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer zurückkehren sollten, sobald ihnen dort keine Gefahr mehr droht. Und das auch, wenn sie zuvor mehrere Jahre in Deutschland gelebt haben.

Für das repräsentative Stimmungsbarometer zu Geflüchteten in Deutschland befragten Forscher des DIW im März 2016 rund 2.000 Deutsche aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Dabei wurde deutlich, dass sich verschiedene soziale Gruppen in ihrer Einstellung gegenüber Flüchtlingen und Migration nur geringfügig unterscheiden. Jeder zweite Befragte gab an, das kulturelle Leben in Deutschland durch die Zuwanderung von Geflüchteten bedroht zu sehen. Dabei wird die Gefahr vor allem auf muslimische Flüchtlinge projiziert.

Während drei Viertel der Befragten davon ausgehen, dass sich die Zuwanderung insgesamt eher negativ auf die Gesellschaft auswirkt, halten es drei von vier Befragten für eher unwahrscheinlich, dass sie persönlich mit negativen Konsequenzen zu rechnen haben.

Die Ergebnisse des DIW-Stimmungsbarometers weisen leicht niedrigere Zustimmungsraten gegenüber Geflüchteten auf als eine kürzlich veröffentlichte internationale Studie der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Die war Mitte Mai zu dem Ergebnis gekommen, dass 96 Prozent der in Deutschland Befragten Flüchtlinge in Deutschland akzeptieren. Im Ländervergleich gehörte Deutschland damit neben China und Großbritannien zu den Ländern mit der größten Offenheit gegenüber Geflüchteten.