Nach mehreren Wochen in Haft ist ein im Jemen festgehaltener Deutscher am Dienstag freigelassen und nach Oman ausgeflogen worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin bestätigte am Abend einen Bericht der omanischen Nachrichtenagentur ONA, wonach der Mann in die omanische Hauptstadt Maskat gebracht wurde.

Der Mann sei "im Mai in Sanaa" inhaftiert worden. "Wir sind der omanischen Regierung sehr dankbar, die entscheidende Unterstützung geleistet hat", erklärte der Sprecher. "Das Auswärtige Amt stand mit dem Deutschen während seiner Haft in Kontakt und hat sich gegenüber den jemenitischen Stellen für seine Freilassung eingesetzt."

In dem Bericht der Nachrichtenagentur ONA hieß es, die deutschen Behörden hätten das Sultanat Oman um Verhandlungen ersucht, um eine Freilassung aus "humanitären Gründen" zu erreichen. Zur Identität des Mannes wurden keine Angaben gemacht. Unklar blieb auch, warum er inhaftiert war.

Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und andere Gruppen, die dem ehemaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih die Treue halten. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe auf die Rebellen. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem saudiarabischen Eingreifen mehr als 6.400 Menschen getötet. Sanaa wird von den Huthi-Rebellen kontrolliert.