Bei einer Geiselnahme in der somalischen Hauptstadt Mogadischu sind mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Islamische Extremisten hatten in einem Hotel eine unbekannte Anzahl von Gästen in ihre Gewalt gebracht, teilte die Polizei mit. Zwei der vier Täter seien ums Leben gekommen. Der mehrstündige Einsatz der Polizei sei inzwischen beendet. Die meisten der Geiseln seien befreit und Verletzte in Krankenhäuser gebracht worden.

Die Bewaffneten hatten sich den Angaben zufolge im zweiten Stock des Hotels Nasa-Hablod verschanzt und auf Sicherheitskräfte geschossen, die sich ihnen annähern wollten. Auf dem Hoteldach hätten Scharfschützen gestanden und Granaten auf Einsatzkräfte geworfen, so ein Polizeisprecher.

Die in Somalia aktive radikalislamische Miliz Al-Shabaab übernahm die Verantwortung für den Überfall. Zwei der Angreifer seien erschossen worden, sagte ein Polizeisprecher. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Opfer weiter steigen könnte. Das Hotel Nasa-Nablood ist bei Geschäftsleuten und Ausländern beliebt.

Der Überfall begann der Polizei zufolge, als sich ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto an der Einfahrt des Hotels in die Luft sprengte, um den Bewaffneten den Weg freizumachen. Sie seien anschließend in das Gebäude gestürmt und hätten sich Schießereien mit dem Wachpersonal geliefert. Ein Augenzeuge berichtete, die Unbekannten hätten wahllos auf Hotelgäste geschossen. Ein Fahrer eines Krankenwagens sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe elf Verletzte in Hospitäler gebracht. "Die meisten von ihnen wurden bei den Schusswechseln verletzt", berichtete er.

Al-Shabaab, die mit Al-Kaida in Verbindung steht, kämpft in weiten Teilen Somalias gegen die Regierung. Die sunnitischen Fundamentalisten greifen immer wieder Hotels in der Hauptstadt an, um die ihnen verhassten Ausländer und Regierungsvertreter zu treffen.

Zuletzt waren bei einem Angriff auf das Hotel Ambassador Anfang Juni mindestens 20 Menschen getötet und 60 weitere verletzt worden. Im Februar waren bei einem Anschlag auf das Hotel Syl ebenfalls mehr als 20 Menschen getötet worden.