Zum wiederholten Mal wurde in eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Münster eingebrochen und Feuer gelegt. Verletzt wurde niemand. Die Ermittler gehen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus, wie die Staatsanwaltschaft ZEIT ONLINE sagte. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

In der Nacht zum Samstag sollen die unbekannten Täter den Brand im Erdgeschoss des Hauses gelegt haben. Ein technischer Defekt sei auszuschließen, hieß es. Nachbarn bemerkten die Flammen und riefen die Rettungskräfte.

Bereits Ende April war ein Brandanschlag auf das Gebäude im Stadtteil Hiltrup verübt worden. Der Fall hatte in Münster für Entsetzen gesorgt – es war der erste auf eine Flüchtlingsunterkunft in der 300.000-Einwohner-Stadt. Insgesamt gibt es in Münster 70 Einrichtungen für Flüchtlinge. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der Schaden bei dem zweiten Anschlag nun deutlich größer als beim ersten. Ersten Schätzungen zufolge liege er im sechsstelligen Bereich. Ob das Haus genutzt werden kann, ist bisher nicht klar.

Erst am Freitagnachmittag hatten Unbekannte auf eine Sporthalle in der Nähe der geplanten Unterkunft fremdenfeindliche Parolen gesprüht. In der Halle werden Deutschkurse für Flüchtlinge angeboten. Die Ermittler prüfen nun, ob es einen Zusammenhang zwischen den drei Taten gibt.