Der US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg einen Brief geschrieben. Darin bittet die Kammer des Kongresses Zuckerberg um Hilfe bei der Aufarbeitung des Attentats auf einen Nachtclub in Orlando. Der Attentäter Omar Mateen habe vor und während des Massakers im Club Pulse offenbar mehrere Facebook-Postings geschrieben und Suchanfragen gestellt, heißt es in dem Schreiben des republikanisches Senators Ron Johnson. Für eine weitere Untersuchung dessen bat der Vorsitzende des Senatskomitees für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten den Gründer des sozialen Netzwerks um Informationen zu Onlineaktivitäten von Mateen.

Nach Informationen des Senats prangerte Mateen am 12. Juni, dem Tag des Attentats, in einem Facebook-Post die "schmutzigen Wege des Westens" an und beschuldigte die USA, für den Tod unschuldiger Frauen und Kinder verantwortlich zu sein. Dem Brief zufolge suchte er auch bei Facebook nach den Begriffen "Pulse Orlando" und "Shooting". Der Attentäter hatte in der Nacht zu Sonntag in einem Club für LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender) in Orlando im US-Bundesstaat Florida um sich geschossen und 49 Menschen getötet. 53 Menschen wurden verletzt. Es war das schlimmste Schusswaffenmassaker der modernen US-Geschichte.

In dem Brief listet das für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten zuständige Senatskomitee fünf Facebook-Nutzerkonten auf, die mit dem 29-Jährigen in Verbindung stehen sollen. "Die wahren Muslime werden niemals die schmutzigen Wege des Westens akzeptieren", behauptet Mateen demnach in einem Facebook-Post. 

Wie der Ausschuss an die Informationen gelangte, sagte der Komiteevorsitzende Johnson nicht. Er bat Zuckerberg um jegliche Daten zu Mateens Account und den ihm zugerechneten Nutzerkonten sowie Informationen über Postings, Nachrichten und Fotos. Von Facebook gab es bislang keinen Kommentar.

Wie bereits in einem Notruf bei der Polizei schwor der spätere Täter dem Senat zufolge in einem weiteren Post dem IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi seine Treue. In einer weiteren Botschaft während der Tatnacht hieß es: "Amerika und Russland müssen aufhören, den Islamischen Staat zu bombardieren." In seiner letzten Meldung schrieb Mateen dann: "In den nächsten paar Tagen werdet ihr Angriffe des Islamischen Staates in den USA sehen."

Trotz der in dem Polizeinotruf geäußerten IS-Loyalität des Angreifers hat die US-Regierung bislang gesagt, dass es keine Beweise gebe, dass das Massaker vom IS angeordnet worden sei. Das FBI bat die Öffentlichkeit um Mithilfe bei der Rekonstruktion von Profil und Tat des Angreifers. Durch die Unterstützung der Bürger erhoffe man sich das umfassendste Bild über dessen Tun und Motiv, sagte FBI-Agent Ron Hopper. Die Behörden versuchen auch herauszufinden, inwiefern die Ehefrau von Mateen vorab von dem geplanten Angriff wusste.