Eineinhalb Wochen nach dem Heckenschützen-Attentat von Dallas sind in den USA wieder mehrere Polizisten getötet worden. Drei Beamte wurden nach Angaben der örtlichen Polizei am Sonntag in Baton Rouge, der Hauptstadt des Bundesstaats Louisiana, erschossen und mindestens drei weitere verletzt. Einer von ihnen offenbar sehr schwer, sein Zustand soll kritisch sein. Auch der Schütze überlebte das Feuergefecht nicht.

Die Schüsse fielen am Morgen etwa anderthalb Kilometer vom Polizeipräsidium der Stadt entfernt. Offenbar seien die Beamten wegen einer anderen Schießerei im Einsatz gewesen, als sie dann selbst beschossen worden seien, sagte ein Polizeisprecher einem örtlichen Fernsehsender. Der Bürgermeister der Stadt sprach im Sender NBC von einem Hinterhalt. Die Polizisten seien mit einem Notruf zum Tatort gelockt worden, an dem aus dem Hinterhalt das Feuer eröffnet worden sei.

Unklar war zunächst, ob einer oder mehrere Täter auf die Polizisten schossen. In US-Medienberichten hieß es, die Schüsse seien offenbar von einem mit einem Sturmgewehr bewaffneten Einzeltäter abgegeben worden, was ein verantwortlicher Polizist später bestätigte. Nach Berichten mehrerer US-Fernsehsender wurde der Täter identifiziert: Es handelt sich demnach um den 29-jährigen Afroamerikaner Gavin L, einen ehemaligen Marinesoldaten aus Kansas City. Zu den möglichen Hintergründen der Tat ist noch nichts bekannt.

Obama verurteilt Angriffe auf Beamte

US-Präsident Barack Obama sagte, die Morde seien Angriffe "auf die Rechtsstaatlichkeit und auf die zivilisierte Gesellschaft". Sie müssten aufhören. Es gebe keine Rechtfertigung für Gewalt gegen Strafverfolgungsbehörden. Die Attacken seien das Werk von Feiglingen, die für niemanden sprächen. Der Gouverneur von Louisiana, John Bel Edwards, kündigte in einer Stellungnahme an, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

Das Verhältnis von Polizei und Bürgern ist in Baton Rouge seit der Tötung des Afroamerikaners Alton Sterling bei einem Polizeieinsatz Anfang Juli angespannt. Tausende Menschen haben gegen seine Tötung protestiert, die Polizei nahm mehr als 200 Demonstranten fest

Ein Video des Polizeieinsatzes gegen Sterling hatte im Internet für Aufsehen gesorgt und Proteste der Bewegung Black Lives Matter angeregt. Einen Tag später wurde in Minnesota ebenfalls ein Schwarzer von einem Polizisten getötet. Kurz darauf erschoss ein Schwarzer in Dallas  fünf Polizeibeamte aus dem Hinterhalt und begründete dies mit der Gewalt gegen Schwarze.