Kurz nach Ende eines Feuerwerks zum französischen Nationalfeiertag hat ein Mann mit einem Lastwagen in der südfranzösischen Stadt Nizza mindestens 84 Menschen getötet. Unter den Toten sind auch mehrere Kinder. Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sprach von mehreren Schwerverletzten und vielen weiteren, die weniger schwer verletzt seien.

Der Lkw fuhr mit großer Geschwindigkeit in die Schaulustigen, die sich für das Feuerwerk auf der Uferstraße Promenade des Anglais versammelt hatten. Dabei erfasste das Fahrzeug nach Angaben des Staatsanwalts Jean-Michel Prêtre Menschen auf einer Strecke von zwei Kilometern. In Sozialen Medien kursierten bereits kurz nach dem Anschlag Aufnahmen vom Tatort, die Chaos zeigten. Augenzeugen berichteten von vielen Toten auf der Straße. Éric Ciotti, Präsident des Départementrats von Alpes-Maritimes, sprach in einem Interview von einer "Szene des Horrors".

In einem Interview mit dem Fernsehsender BMFTV sagte der Präsident der Region Provence-Alpes-Côte d'Azur, Christian Estrosi, der Attentäter habe nach Angaben der Polizei auch auf die Menschenmenge geschossen. Er habe Waffen und Granaten im Lastwagen gehabt. Auf Twitter nannte Estrosi das Attentat "die schlimmste Tragödie in der Geschichte Nizzas".

Ermittlungen sind angelaufen

Ein Sprecher des französischen Innenministeriums, Pierre-Henry Brandet, bestätigte den Tod des Lastwagenfahrers. "Die Polizei hat ihn neutralisiert, er ist tot." Derzeit werde ermittelt, ob der Mann allein gehandelt oder Komplizen gehabt habe, die möglicherweise geflohen sind, sagte er weiter. Laut Frankreichs Präsident François Hollande gibt es keine Hinweise auf Komplizen. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris hat die Ermittlungen aufgenommen. Der Polizeieinsatz in Nizza läuft noch. Die Promenade des Anglais, auf der der Anschlag verübt wurde, ist abgesperrt. Die Polizei hat Anwohner aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.

Für den Morgen hat Hollande das Sicherheitskabinett einberufen. Innenminister Bernard Cazeneuve ist schon nach Nizza gereist. Frankreich beging seinen Nationalfeiertag dieses Jahr unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Für die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées in Paris waren rund 11.500 Sicherheitskräfte im Einsatz.