Die Polizei Niedersachsen hat am Mittwoch die DIK-Moschee Deutschsprachiger Islamkreis Hildesheim durchsucht. Zugleich seien auch die Wohnungen von acht Vorstandsmitgliedern des Vereins durchsucht worden, teilte das Innenministerium mit. "Der DIK in Hildesheim ist ein bundesweiter Hotspot der radikalen Salafistenszene", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) laut Mitteilung. "Nach Monaten der Vorbereitung sind wir mit den heute durchgeführten Durchsuchungen einen wichtigen Schritt zum Verbot des Vereins gegangen." 

Den Sicherheitsbehörden lägen Erkenntnisse vor, dass im Verein Muslime radikalisiert und zur Teilnahme am Dschihad in den Kampfgebieten motiviert würden. Der Verein habe sich nach Einschätzungen der Sicherheitsbehörden zu einem Schwerpunkt salafistischer Betätigungen in Niedersachsen und auch bundesweit entwickelt, heißt es in einer Pressemitteilung des Innenministeriums. In Predigten, Seminaren und Vorträgen werde auch zum "Hass gegenüber Ungläubigen" aufgerufen, sagte Pistorius. Zahlreiche Moscheebesucher seien nachweislich nach Syrien und in den Irak ausgereist, unter anderem um sich dem "Islamischen Staat" anzuschließen.

An der Razzia nahmen rund 400 Einsatzkräfte aus den Inspektionen der Polizeidirektion Göttingen, der Zentralen Polizeidirektion Niedersachsen mit mehreren Einsatzhundertschaften sowie aus dem Landeskriminalamt Niedersachsen mit dem Spezialeinsatzkommando teil. Am späten Abend war die Aktion beendet, wie ein Polizeisprecher sagte.