Der Kampf gegen Armut, Hunger, soziale Ungleichheit und Umweltprobleme geht weltweit nur sehr schleppend voran. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Sie hat untersucht, wie weit Industriestaaten und Entwicklungsländer davon entfernt sind, die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN zu erfüllen. Mit den im vergangenen Jahr beschlossenen Nachhaltigkeitszielen sollen bis 2030 unter anderem Armut, Klimawandel und Diskriminierung bekämpft werden.

Das Fazit der Studie: Während die reichen Staaten vor allem in den Bereichen verantwortungsvoller Konsum und internationale Entwicklungszusammenarbeit hinterherhinken, scheitern arme Länder bei den Zielen Hungerbekämpfung und Sicherheit.

Für die Studie wurden Daten aus 149 Ländern analysiert. Am besten schnitt Schweden ab. Dahinter schafften es Dänemark und Norwegen auf die vorderen Plätze. Deutschland landete auf Rang sechs. Andere große Volkswirtschaften wie die USA (25), Russland (47) oder China (76) befinden sich im Mittelfeld. Die hinteren Plätze werden allesamt von afrikanischen Entwicklungsländern belegt, mit der Zentralafrikanischen Republik als Schlusslicht. 

Aber selbst die bestplatzierten Länder hätten noch einen weiten Weg vor sich, warnt die Studie. Deutschland sei zwar bei der Armutsbekämpfung erfolgreich, doch in dem Land gebe es einen Trend zu mehr sozialer Ungleichheit. Die einkommensstärksten 10 Prozent der Bevölkerung verdienten mehr als die einkommensschwächsten 40 Prozent. Mehr anstrengen müsse sich die Bundesrepublik auch in den Bereichen Infrastruktur, Klimaschutz, Artenvielfalt und internationale Zusammenarbeit.

Die Reduzierung des CO2-Ausstoßes ließe zu wünschen übrig, heißt es zum Beispiel. Zwar sei der Ausstoß mit neun Tonnen pro Kopf erheblich geringer als in den USA mit 17 Tonnen. Er sei aber deutlich höher als in vergleichbaren Volkswirtschaften wie Großbritannien mit 7,1 Tonnen und Frankreich mit 5,2 Tonnen.