Das Schicksal der seit 15 Jahren vermissten Peggy K. ist offenbar aufgeklärt: Bei dem von einem Pilzsammler im Wald gefundenen Skelett handelt es sich wohl um die sterblichen Überreste des Mädchens aus dem fränkischen Lichtenberg, teilte die Staatsanwaltschaft Bayreuth mit. Darauf deuteten auch Gegenstände im Bereich des Fundorts hin.

"Wir halten es für höchstwahrscheinlich, es ist alles schlüssig", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Belastbare Hinweise zur Todesursache gebe es allerdings noch nicht, hieß es. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen dauerten an.

Außerdem wurde die Fahndung nach dem Mörder des Kindes ausgeweitet, auch eine Sonderkommission wurde eingerichtet. Zunächst sollen zahlreiche Spuren ausgewertet werden und dann Vernehmungen stattfinden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Ein Pilzsammler hatte die Skelettteile am Samstag in einem Waldstück zwischen dem bayerischen Nordhalben und dem thüringischen Rodacherbrunn entdeckt – nur etwa 15 Kilometer vom Elternhaus des damals neunjährigen Mädchens entfernt. Ab Sonntag suchten Spezialisten der Spurensicherung zusammen mit anderen Polizisten den Fundort und dessen Umgebung ab.

2004 wurde ein Mann als Täter verurteilt, dann freigesprochen

Der Fall Peggy gehört zu den rätselhaftesten Kriminalfällen seit Jahrzehnten in Deutschland. Trotz intensiver Suchaktionen blieb das Kind seit dem 7. Mai 2001 spurlos verschwunden. Bei einem Verdächtigen aus Lichtenberg hoben die Fahnder metertief Boden auf seinem Grundstück aus.

Wegen des Verdachts, das Kind sei heimlich beerdigt worden, öffneten die Fahnder zudem den Sarg einer verstorbenen 81-Jährigen. 2002 präsentierten die Ermittler einen geistig behinderten Mann als Tatverdächtigen, er wurde zwei Jahre später in einem Indizienprozess als Sexualmörder zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach anhaltenden Zweifeln an seiner Schuld wurde er im Jahr 2014 wieder freigesprochen.

Im vergangenen Jahr musste die Staatsanwaltschaft ein gegen drei Verdächtige geführtes Verfahren mangels Beweisen einstellen. Damals waren bereits 4.800 Spuren überprüft und mehr als 180 Zeugen vernommen worden.