Im französischen Cannes ist das Tragen des Burkini am Strand unter Verweis auf die jüngsten islamistischen Terroranschläge künftig verboten. "Es geht nicht darum, das Tragen religiöser Symbole am Strand zu verbieten, sondern ostentative Kleidung, die auf eine Zugehörigkeit zu terroristischen Bewegungen hinweist, die gegen uns Krieg führen", sagte der Generaldirektor der städtischen Dienste, Thierry Migoule, zu dem Verbot des Ganzkörperbadeanzugs.

Der Burkini bedeckt den ganzen Körper und wird von muslimischen Frauen getragen, die beim Baden einer strengen Auslegung des Islam entsprechen wollen. Das Verbot wurde bereits Ende Juli per Dekret von Cannes konservativem Bürgermeister David Lisnard erlassen. In dem Dekret heißt es, der Zutritt zum Strand und das Baden sei Menschen verboten, die "keine korrekte Kleidung tragen, die die guten Sitten und die Laizität respektiert sowie die Hygiene- und Sicherheitsregeln achtet".

Wenn eine Strandbekleidung auffällig auf eine religiöse Zugehörigkeit bezeugt, während Frankreich Ziel terroristischer Angriffe sei, könne dies zur Störung der öffentlichen Ordnung führen, heißt es in dem Dekret weiter.

Das Thema Burkini ist in Frankreich hoch umstritten: Erst diese Woche hatte eine geplante Burkini-Veranstaltung bei Marseille zu einer hitzigen Kontroverse geführt. Ein muslimischer Frauenverband wollte ein Schwimmbad der Gemeinde Pennes-Mirabeau für einen Tag mieten und hatte alle Mitglieder aufgerufen, sich zum Baden von der Brust bis zu den Knien zu verhüllen. Aufgrund der hitzigen Debatte sagten Gemeinde und Schwimmbad den Tag schließlich ab.

Besonders der rechtspopulistische Front National und die Partei Die Republikaner von Ex-Präsident Nicolas Sarkozy hatten sich über den geplanten Badetag im Burkini empört. Der konservative südfranzösische Abgeordnete Éric Ciotti kommentierte beim Kurznachrichtendienst Twitter, die Absage sei ein "Sieg unserer Werte".