Die Mitarbeiter einer Betreibergesellschaft von Flüchtlingsheimen haben sich abfällig über Asylbewerber ausgelassen. Die Zeitungen Bild und BZ veröffentlichten die E-Mails mehrerer führender Mitarbeiter des Unternehmens "Professionelle Wohn- und Betreuungsgesellschaft" (PeWoBe), das in Berlin neun Flüchtlingsheime betreibt.

In den Mails geht es um die Verwendung einer 5.000 Euro Spende von BMW. Ein Sandkasten könne mit dem Geld nicht gebaut werden, da ein solcher "bei unseren Bewohnergruppen ganz schnell ein Aschenbecher oder ein heimisches Klo" werde, schreibt die zentrale Wohnheimkoordinatorin der PeWoBe laut den Berichten in den E-Mails. Sie schlägt stattdessen unter anderem eine "Kinderguiolltine", also eine Kinderguillotine, vor.

Eine weitere Mitarbeiterin der PeWoBe befürwortet den Vorschlag mit den Worten "mal was anderes als das Standartprogramm". Im weiteren Verlauf des E-Mail-Verkehrs ist von "Enthauptungen" die Rede, die Dreck machen würden, "weil es immer ein bisschen spritzt". Außerdem wird ein "großvolumiges Krematorium" als Entsorgungsmöglichkeit ins Spiel gebracht. "Der Vorteil ist, dass wir dann auch unser Umweltzertifikat wieder bekommen, weil wir die Abwärme sinnvoll und zielführend einsetzen können. Wir sind so gut!" Im selben Kontext ist auch die Rede von "max. Pigmentierten", deren Aufgabe die Reinigung sein sollte.

Die E-Mails, die auf Juli 2015 datiert sind, wurden anonym auch der Sozialverwaltung Berlins zugespielt. Sozialsenator Mario Czaja (CDU) zeigte sich im Gespräch mit der BZ fassungslos. "Ich war entsetzt, als ich die Auszüge aus den E-Mails gelesen hatte", sagte er der Zeitung. Auf Grundlage der "Gesamtschau der Situation in den Berliner PeWoBe-Einrichtungen" bewertet die Sozialverwaltung derzeit, "ob die PeWoBe generell noch als Betreiber von Flüchtlingsunterkünften in Berlin geeignet ist".

Christian-Oliver Moser, Anwalt der PeWoBe, sagte der BZ, dass die Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und nicht ernst gemeint gewesen seien.

Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) fordert Czaja in einem Interview mit dem Tageespiegel zum sofortigen Handeln auf. Was denn lange geprüft werden müsse, fragt Kolat. "Ich erwarte, dass Czaja sofort Konsequenzen zieht." Der Umgang mit der PeWoBe werde in der nächsten Senatssitzung am Dienstag Thema sein.