8. Opine

Was die Energiewende angeht, hat Deutschland eine ziemlich große Klappe. Mittelfristig sollen nur noch erneuerbare Energien verwendet werden. Wir sind die Energieavantgarde! Zumindest halten wir uns dafür. Denn ein wichtiger Faktor wurde bislang ausgeklammert: Mobilität. Noch immer fahren in Deutschland fast nur Autos mit Verbrennungsmotoren. Das ambitionierte Ziel der Regierung, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf die Straße zu bringen, wirkt momentan eher illusorisch.

Wo also bleibt die Energiewende auf der Straße?

Diese Frage beschäftigt Jens von der Universität Erlangen-Nürnberg, der am Lehrstuhl für Nachhaltigkeitsmanagement promoviert. Um Antworten geben zu können, rief er das Projekt OPINE (Open Innovation Nachhaltige Elektromobilität) ins Leben. Fortbewegung betrifft jeden, deshalb will OPINE möglichst viele Menschen für die Energiewende auf der Straße gewinnen. In Workshops und im Netz soll eine Debatte entstehen, welche die Transformation weniger technisch, sondern menschlich betrachtet. Indem eine breite Öffentlichkeit die Elektromobilität weiterdenkt, werden auch die Politik und die Wirtschaft zum Handeln ermutigt.

OPINE-Teilnehmer plädieren etwa für einen internationalen Standard für Ladestecker, damit man mit seinem Elektroauto problemlos auch ins Ausland fahren kann. Eine andere Idee ist, Carpools im ländlichen Raum zu gründen, deren Fahrzeuge mit grüner Energie aus der Region versorgt werden sollen. So hat der Bauer von nebenan einen Abnehmer für sein Biogas. Jens dokumentiert die Lösungsansätze und stellt sie künftig auch online zur Verfügung. Start-ups können sich aus dem Ideenpool bedienen, aber auch große Konzerne wie BMW oder VW. Alexander Krex

9. Transform-Magazin

Das Transform-Magazin bietet tolle Inhalte. Aber noch viel toller ist, dass da ein Haufen junger Menschen einfach ihr Ding durchzieht. Denen es egal ist, dass Print angeblich stirbt und ohne eine multimediale Show nichts mehr geht. Die beweisen, dass nicht alle jungen Menschen nur noch inhaltsreduzierte Texte mit vielen Bildern und nicht mehr als drei Sätzen pro Absatz lesen wollen. Die wissen, dass sie mit ihrem Projekt nicht das große Geld verdienen werden – das aber auch gar nicht wollen.

Sie wollen sich nicht dem Zeitdruck aussetzen, der in anderen Redaktionen und Verlagen herrscht. Sie wollen sich nicht dem Druck in Form von Auflage- oder Klickzahlenerwartungen aussetzen.

Sie wollen sich Zeit nehmen. Zeit für ein Projekt, für das jede und jeder von ihnen brennt. Für das sie sich ehrenamtlich engagieren. Neben ihrem Studium oder ihrem Job. Und genau das ist das Engagement, das Brennen, das Steine-Auspressen, das eine Gesellschaft transformieren kann. Das wir brauchen, um künftig in einer besseren Welt leben zu können. Tessa Högele

10. Wir organisieren echtes Recycling

Thomas packt den Wandel zu einer besseren Welt an einer empfindlichen Stelle an: der Industrie. Recycling ist ein so abstraktes, großes Wort. Man denkt dabei an kratziges Klopapier, Altpapier und Flaschencontainer. Aber die wenigsten denken auch an ihre Elektrokisten zu Hause oder an all die Autos auf unseren Straßen. 

Thomas Kerst promoviert in Helsinki zum Rückbau von Atomkraftwerken. Das klingt groß, ist es auch. Doch Thomas will noch mehr. Deswegen hat er bei Z2X den Workshop "Wir organisieren echtes Recycling" angeboten und mit 40 Leuten Ideen für wirklich nachhaltige Projekte entwickelt. 

Darunter waren ein selbstständig nachwachsender Spülschwamm, eine Autokarosserie aus Hanf und Kabelummantelungen aus Biopolymeren. Diese Ideen will Thomas nehmen und auf ihre Umsetzbarkeit prüfen, um sie dann Investoren vorzulegen und in die Tat umzusetzen. Elisabeth Rank