Zu einem Selbstmordattentat am Sonntagmorgen nahe der jemenitischen Stadt Aden hat sich der sogenannte "Islamische Staat" (IS) bekannt. Über ihr Sprachrohr, die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak, verkündete die Miliz, dass sie die Verantwortung für die Tat übernehme.

Ein Selbstmordattentäter hatte in einer Gruppe von Soldaten einen Sprengsatz gezündet und mindestens 49 von ihnen getötet. Zudem seien mehrere Dutzend Menschen verletzt worden, sagte der Chef der Gesundheitsbehörde der südjemenitischen Stadt, Abdel Nasser al-Wali. Zum Zeitpunkt der Tat standen die Soldaten Schlange, um ihren Sold entgegenzunehmen.

Erst am vergangenen Wochenende waren bei einem Selbstmordanschlag, ebenfalls in einer Kaserne, 48 Soldaten getötet worden. Das Auswärtige Amt sprach zudem von zahlreichen Verletzten und gab an, dass sich ebenfalls der IS zu der Tat bekannt hatte. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen zündete der Attentäter auch dort vor einem Militärlager der Armee einen Sprengstoffgürtel inmitten der Soldaten, die auf die Auszahlung ihres Solds warteten.

Im Jemen bekämpfen sich seit September 2014 verschiedene politische Gruppen: Die Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi, der ins Exil geflüchtet ist, gegen die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen sowie andere Milizen, die dem ehemaligen Staatschef Ali Abdullah Salih die Treue halten.

Ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis unterstützt die Hadi-Truppen und fliegt seit März 2015 Luftangriffe auf die Rebellen. Dabei wurden laut Angaben der Vereinten Nationen seit Juni 2016 rund 6.500 Menschen getötet.

Die sunnitische IS-Miliz und das Terrornetzwerk Al-Kaida nutzen den Konflikt, um ihre Präsenz im Süden und Osten des Landes auszudehnen. In den vergangenen Monaten verübten sie vor allem in Aden immer wieder Anschläge.