Der renommierte Wirtschaftsnobelpreisträger Thomas Schelling ist tot. Wie sein langjähriger Freund und Kollege Richard Zeckhauser berichtete, sei Schelling in seinem Haus in Bethesda im US-Bundesstaat Maryland gestorben.

Schelling wurde 95 Jahre alt. Er war am Ivy-League-College Harvard und der University of Maryland als Professor tätig.

Bekannt wurde Schelling insbesondere durch seine Analysen zur Spieltheorie, einer mathematischen Methode, die das Entscheidungsverhalten in Konfliktsituationen modelliert. Vor allem während des Kalten Kriegs galt die Methode als hilfreich, um nuklearstrategisches Verhalten zu erklären. 

Thomas Schelling und Robert Aumann gewannen für ihre Forschungsarbeiten zur Spieltheorie 2005 den Wirtschaftsnobelpreis. © Henrik Montgomery/​AFP/​Getty Images

Für seine Arbeit erhielt der Ökonom gemeinsam mit seinem Kollegen Robert Aumann 2005 den Wirtschaftsnobelpreis. Das Komitee würdigte damit deren Beitrag zu einem "Verständnis von Konflikt und Kooperation".

Schellings Forschungsarbeiten zur Atompolitik inspirierten auch Starregisseur Stanley Kubrick bei seinem Satirefilm Dr. Strangelove. Der Ökonom nutzte die Spieltheorie auch, um die Flucht weißer Hausbesitzer aus multiethnischen Städten in Vorstädte zu erklären.