Nach dem Feuer vor einem Jahr in einer noch unbewohnten Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Bautzen hat die Staatsanwaltschaft neue Ermittlungen angekündigt. Sie sollen sich gegen sieben bis acht Unbekannte richten, die lautstark an der Brandstätte vorbeigezogen seien und sich "zustimmend geäußert" haben sollen.

 

Wie die Sächsische Zeitung berichtete, hat ein Feuerwehrmann in der Tatnacht zwei Gruppen mit jeweils bis zu acht Leuten wahrgenommen. Diese Männer hätten unter anderem "brennt die Hütte nieder" gerufen. Sie sollen zudem freudig johlend durch die Straßen gezogen sein. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden gab nun an, von dieser Begebenheit erst Anfang Dezember erfahren zu haben.

 

Auch fast ein Jahr nach dem Brand in Bautzen ist weiter unklar, wer hinter dem Anschlag auf die geplante Flüchtlingsunterkunft steckt. Zwei junge Männer mussten sich im vergangenen Jahr lediglich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor Gericht verantworten, weil sie die Feuerwehr massiv behindert hatten.

Der Großbrand hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst, auch weil Schaulustige, die zum Teil alkoholisiert waren, nach Polizeiangaben teilweise "abfällige Bemerkungen" gemacht oder "unverhohlene Freude" gezeigt hatten. Zudem kam es in Bautzen mehrfach zu Schlägereien zwischen Flüchtlingen und Rechten. Rechte sollen Flüchtlinge durch die Stadt gehetzt haben.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes wurden im Jahr 2016 insgesamt 921 Angriffe auf Flüchtlingsheime verübt. Die Ermittler vermuten bei fast allen Taten einen rechtsextremen Hintergrund.