Der ZEIT-ONLINE-Chefredakteur Jochen Wegner ist von der Branchenzeitschrift medium magazin als "Chefredakteur des Jahres" ausgezeichnet worden. "Jochen Wegner ist zum Vordenker für digitalen Qualitätsjournalismus in Deutschland avanciert und der Erfolg gibt ihm 2016 nicht nur mit schwarzen Zahlen recht", heißt es in der Begründung der Jury. Eine ausgeruhte, analytische Berichterstattung und mobil optimierte Formate bescherten ZEIT ONLINE größere Marktanteile als anderen Wettbewerbern.

Lorenz Maroldt vom Berliner Tagesspiegel erhielt den Preis in der Kategorie Chefredaktion (regional). Als "Journalisten des Jahres" wurden die drei Investigativreporter der Süddeutschen Zeitung, Bastian Obermayer, Frederik Obermaier und Vanessa Wormer ausgezeichnet. Damit wird ihr Beitrag zur Aufdeckung der Panama Papers im Frühjahr 2016 gewürdigt. 

"Antwort auf Dummheit ist Recherche"

Die Jury, die für das medium magazin über die Preisträger zu entscheiden hatte, nannte die Panama Papers den "Scoop des Jahres". Laudator Hajo Seppelt, selbst vielfach ausgezeichneter Journalist, bezeichnete die Arbeit als gigantisches globales Projekt und als Paradebeispiel dafür, was Journalismus als Korrektiv und Signalgeber bewirken könne.

"Journalismus ist ein Bollwerk gegen Manipulation der Meinung", sagte Seppelt. "Die Antwort auf Dummheit ist Recherche." Mit Berichterstattung wie der zu den "Panama Papers" zeige der Journalismus, dass er sein Geld wert sei.

Ehrenpreis für Alexander Kluge

Vergeben wurden Auszeichnungen in neun weiteren Bereichen. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali erhielt sie in der Kategorie Politik, nicht zuletzt für "ihre klugen Interviews" im ZDF-Morgenmagazin. In der Kategorie Unterhaltung wurde Jan Böhmermann ausgezeichnet. Der Moderator des Neo Magazin Royale bei ZDFneo hatte schon in der vergangenen Woche den Deutschen Fernsehpreis erhalten.

Der Autor, Filmemacher und Gründer der Produktionsfirma dctp, Alexander Kluge, der in der kommenden Woche 85 Jahre alt wird, erhielt den Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Diesen Preis zu bekommen, mache ihn stolz, sagte er. Kluge wies auf die Bedeutung hin, die Journalismus nach seiner Überzeugung hat: "Der Kampf um die Öffentlichkeit ist das Wichtigste, was wir gewinnen können."