Bei dem Großbrand im Londoner Grenfell-Hochhaus, bei dem mindestens 79 Menschen starben, hat es sich nicht um Brandstiftung gehandelt. Das sagte Fiona McCormack von Scotland Yard. Das Feuer sei von einem defekten Kühlschrank ausgelöst worden.

Die Gebäudeverkleidung und die Isolierung hätten außerdem Sicherheitstests nicht bestanden. Die Ermittler erwägen daher eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung. Man sehe sich alle Unternehmen an, die am Bau und an der Sanierung des Grenfell Tower beteiligt gewesen seien, sagte McCormack. Scotland Yard untersuche allgemeine Sicherheitsverstöße und Verstöße gegen den Brandschutz. Unterlagen von mehreren Organisationen seien beschlagnahmt worden.

Die offizielle Untersuchung der Brandursache bestätigt Vermutungen, die schon seit dem Brand in der vergangenen Woche in den britischen Medien kursierten, wie etwa die leicht entflammbare Fassade. Das Hochhaus mit 24 Stockwerken war erst vor Kurzem renoviert worden.

Großbritannien - Proteste nach Hochhausbrand Noch ist offen, wer die Verantwortung für die Brandkatastrophe im Grenfell Tower trägt. Am Mittwoch forderten in London Hunderte Demonstranten Antworten von der Regierung. © Foto: Daniel Leal-Olivas/Getty Images

Experten hatten laut Premierministerin Theresa May nach der Katastrophe an vielen anderen britischen Hochhäusern eine leicht entzündbare Verkleidung festgestellt. Nach einer ersten Überprüfung von Hochhäusern hätten die Kommunen die Zahl auf 600 Hochhäuser geschätzt, teilte Mays Büro mit. Die Regierung würde schnellstmöglich Maßnahmen ergreifen, um diese Gebäude sicher zu machen, sagte sie am Donnerstag im britischen Parlament. Wenn die Häuser von Experten als unsicher eingestuft werden könnten, werde man die Bewohner womöglich umsiedeln.