Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee in der westafghanischen Stadt Herat sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Wie der Sprecher des Gouverneurspalastes mitteilte, wurden außerdem 64 Menschen verletzt. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Der Sender Tolo TV berichtete, es handele sich um eine schiitische Moschee. Zum Zeitpunkt des Anschlags wurden in der Moschee gerade die Abendgebete abgehalten. Die Drahtzieher der Tat blieben zunächst unklar. Einige Augenzeugen hätten einem Polizeisprecher zufolge berichtet, dass ein Attentäter zuerst auf die Betenden geschossen und dann seine Sprengstoffweste gezündet habe. Der Sprecher sagte, es habe nur einen Attentäter gegeben. Medien berichteten von zwei Angreifern. Herat liegt an der Grenze zum Iran.

In den vergangenen Monaten haben Kämpfer der sunnitischen Terrormiliz "Islamischer Staat" vor allem in der Hauptstadt Kabul wiederholt schiitische Moscheen und Versammlungen der schiitischen Minderheit der Hasara angegriffen. 

Der IS hatte einen ähnlichen Anschlag in Kabul im Juni für sich beansprucht. Damals hatten Polizisten die Attentäter abgefangen und in der Moscheeküche erschossen. Dennoch starben sechs Menschen. Erst am Montag hatten IS-Kämpfer in Kabul die irakische Botschaft angegriffen. Der IS muss im Irak schwere Verluste hinnehmen. 

Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich seit dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes Ende 2014. In Kabul allein gab es seit Januar elf große Anschläge, bei denen insgesamt mehr als 1.000 Menschen getötet und verletzt wurden.