Die Zahl der türkischen Asylbewerber in Deutschland ist wieder gestiegen. Im Juli wurden 620 Asylsuchende aus dem Land registriert. Im Vormonat waren es 433 gewesen, im Mai 498, wie aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion hervorgeht.

Etwas mehr als ein Fünftel (22 Prozent) der türkischen Asylbewerber erhielt im Juli auch Schutz in Deutschland. Im März – also vor dem Verfassungsreferendum in der Türkei im April – hatte die Schutzquote bei 8,7 Prozent gelegen. Nach dem Putschversuch in der Türkei im vergangenen Sommer war die Zahl der türkischen Asylsuchenden in Deutschland gestiegen. Laut einem Medienbericht suchen hier viele türkische Diplomaten und Militärangehörige Schutz.

Im Jahr 2016 beantragten insgesamt 5.742 Türkei in Deutschland Asyl. 2015 waren es nur 1.767 Menschen gewesen. Die Zahl war fast zehn Jahre lang ziemlich stabil.

Die Linken-Abgeordnete Sevim Dağdelen sagte, die anhaltend hohe Zahl von Asylanerkennungen zeige, dass die Türkei "die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Achtung der Menschenwürde längst über Bord geworfen" habe. Sie forderte, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beenden. "Allein vor dem Hintergrund dieser hohen Asylzahlen verbieten sich weitere EU-Beitrittsverhandlungen und damit verbunden die jährlichen 630 Millionen Euro Vorbeitrittshilfen. Diese Farce sollte endlich beendet werden", sagte Dağdelen.