Ein Erdstoß der Stärke 4,0 habe die Insel vor Neapel am Montagabend gegen 21 Uhr getroffen, teilte die italienische Erdbebenwarte INGV mit. Das Zentrum lag den Angaben zufolge in zehn Kilometer Tiefe. Eine Frau wurde von Brocken einer Kirche erschlagen, eine zweite Frau starb unter den Trümmern ihres Hauses. Mindestens fünf Menschen konnten lebend aus Trümmern geborgen werden, wie der Zivilschutz mitteilte. Mehr als 25 Menschen sollen verletzt worden sein.

Erdbeben auf süditalienischer Urlaubsinsel

Laut Medienberichten wurde eine Familie verschüttet. Während die Erwachsenen, unter ihnen die Eltern, kurz nach Beginn der Rettungsarbeiten geborgen wurden, gestaltete sich die Bergung der drei Kinder schwierig: Die Helfer hätten aber Kontakt zu den Jungen, deren Alter mit 17 Monaten, vier und sechs Jahren angegeben wurde, berichtete die italienische Agentur Ansa.  

Besonders betroffen waren die Orte Casamicciola Terme und Lacco Ameno. Touristen und Bewohner seien in Panik aus ihren Häusern auf die Straße gelaufen, berichteten italienische Medien und zeigten Fotos von eingestürzten Häusern und Schutt. Mancherorts soll der Strom ausgefallen sein. Auch musste ein Krankenhaus evakuiert werden: Alle Patienten, bis auf die an Beatmungsmaschinen, hätten das Gebäude verlassen, so Giovanni Vittozzi, Chef des Zivilschutzes.

Zur Stärke des Erdbebens gab es zunächst unterschiedliche Informationen: Italiens Erdbebenwarte korrigierte die Stärke von 3,6 auf 4,0. Die US-Behörde USGS verzeichnete nach eigenen Angaben eine Stärke von 4,3, die europäische Forschungsgesellschaft European-Mediterranean Seismological Centre (EMSC), gab 4,5 an. Alle Forschungseinrichtungen verzeichneten das Epizentrum des Bebens direkt vor der Insel Ischia im Golf von Neapel.

Italien - Erdbeben auf Ischia Am Montagabend hat ein Erdbeben die Mittelmeerinsel Ischia erschüttert. Die Behörden gehen bisher von zwei Toten aus. © Foto: Reuters

Bewohner erzählten, sie würden die Nacht im Freien verbringen. Für sie wurde im Ort ein Fußballstadion geöffnet. Die Behörden stellten noch in der Nacht im Hafen von Ischia und in Casamicciola Terme drei Fähren bereit, um Urlaubern und Besuchern ein Verlassen der Insel zu ermöglichen. Die erste Fähre in Richtung Neapel legte bereits in den frühen Morgenstunden ab.

Die Insel mit vulkanischem Ursprung ist vor allem im Sommer ein sehr beliebter Urlaubsort. Italien wird immer wieder von teils verheerenden Erdbeben heimgesucht. Vor rund einem Jahr, am 24. August 2016, erschütterte ein schweres Beben die mittelitalienische Region um die Stadt Amatrice. Dabei kamen 299 Menschen ums Leben.