In Bonn, Düsseldorf und Köln müssen die Mieter am meisten von ihrem Gehalt für Miete ausgeben. In Bonn sind es im Schnitt 30,3 Prozent, in Düsseldorf und Köln immer noch mehr als 29 Prozent. In ostdeutschen Großstädten reicht dagegen oft ein gutes Fünftel des Gehalts, um die Miete zu bezahlen: in Chemnitz 20,9 Prozent, in Leipzig und Dresden 22,6 und 22,9. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie an der Humboldt-Universität zu Berlin, die von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gefördert wurde.

Eine Mietbelastungsquote oberhalb von 30 Prozent gilt bei Sozialwissenschaftlern, Immobilienexperten und Vermietern als problematisch. Müssen Mieter so viel Geld für ihre Wohnung ausgeben, bleibt insbesondere bei Menschen mit niedrigem Einkommen nur noch sehr wenig Geld zum Leben übrig.

Rund 40 Prozent der untersuchten Haushalte müssen demnach mehr als 30 Prozent ihres Nettoeinkommens ausgeben, um ihre Miete zu bezahlen. Das entspricht rund 5,6 Millionen Haushalten, in denen etwa 8,6 Millionen Menschen leben. Die mittlere Mietbelastung aller Großstadthaushalte liegt bei 27 Prozent.

Generelle Aussagen, in welcher Region am meisten fürs Wohnen ausgegeben werden muss, lassen sich aber nur schwer treffen. So finden sich unter den zehn Städten mit der höchsten Mietbelastungsquote das vergleichsweise wohlhabende Hamburg ebenso wie das wirtschaftlich schwache Offenbach. Allerdings sind ostdeutsche Großstädte bei den Städten mit der niedrigsten Quote relativ stark vertreten.

Die Untersuchung stützt sich auf die Daten des Mikrozensus 2014. Die amtliche Haushaltsbefragung erfasst alle vier Jahre auch repräsentative Daten zu Wohnbedingungen.