Das Sturmtief Burglind hat mit Böen von um die 120 Stundenkilometer in großen Teilen Deutschlands zu Beeinträchtigungen geführt. Bahnstrecken wurden gesperrt, Gebäude wurden beschädigt, auch gab es eine Reihe von Verkehrsunfällen. Verletzt oder getötet wurde niemand. Anders in Frankreich: Dort starb ein Mensch an den Folgen des Sturms Eleanor, 15 weitere wurden verletzt, zum Teil schwer.

Burglind zog vom Norden fast durch ganz Deutschland. Im Laufe des Tages schwächte sich der Sturm aber zunehmend ab. Am Nachmittag hob der Deutsche Wetterdienst seine für viele Regionen ausgegebenen Unwetterwarnungen zum großen Teil auf. Mit 191 Stundenkilometern wurden auf dem Hochgrat im Allgäu in 1.720 Metern Höhe die stärksten Böen gemessen, in vielen niedrigeren Regionen wurden Böen von hundert bis 120 Stundenkilometern gemessen.

Umgestürzte Bäume, herabfallende Äste sowie umherfliegende Mülltonnen und Verkehrsschilder zwangen Polizei und Feuerwehr zum Dauereinsatz. So gingen allein in der Polizeileitstelle Aachen zwischen 5.00 und 5.50 Uhr knapp 250 witterungsbedingte Notrufe ein. In Nordrhein-Westfalen prallte zwischen Coesfeld und Dortmund ein Regionalzug auf einen umgestürzten Baumstamm, wie die Bundespolizei mitteilte. Dabei entgleiste der Triebwagen und rutschte trotz Schnellbremsung etwa 120 Meter durch das Gleisbett. Nach ersten Erkenntnissen wurde keiner der etwa 70 Passagiere verletzt.  

Im Fernverkehr der Bahn wurden ab Köln, Aachen, Kaiserslautern und Stuttgart Strecken gesperrt. Im Nahverkehr musste die Bahn einzelne Strecken in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sperren. Über die Dauer der Sperrungen konnte die Bahn zunächst keine Angaben machen.

Bahn- und Fährverkehr weiter eingeschränkt

In Mönchengladbach wurde durch den Sturm das Dach einer Lagerhalle heruntergeweht. Die Halle musste von der Feuerwehr gesperrt werden. Im rheinland-pfälzischen Sinzig-Bad Bodendorf deckte eine Windhose ein Stalldach ab und schleuderte es auf eine Hauptstraße. Dadurch wurden etwa 14 geparkte Autos, eine Fotovoltaikanlage und mehrere angrenzende Häuser beschädigt. Der Schaden wird laut Polizei auf mehrere Zehntausend Euro geschätzt.

Auch der Fährverkehr zu den Inseln Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge und Helgoland wurde eingeschränkt.

In Bayern blieben die Zoos in München und Augsburg geschlossen. Auch die Zugspitzbahn stellte den Betrieb zum Gipfel des höchsten deutschen Bergs wegen Burglind ein. Das Skigebiet mit seinen Abfahrten und Pisten blieb ebenfalls geschlossen.

Ein Toter durch Sturm Eleanor

In Frankreich wurde laut Polizei ein Skifahrer auf einer Piste in Morillon in den französischen Alpen von einem Baum erschlagen. Darüber hinaus seien nach einer vorläufigen Bilanz 15 Menschen durch den Sturm verletzt worden, vier von ihnen schwer, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes der Nachrichtenagentur AFP. Sie wurden zum Teil von umstürzenden Bäumen oder herabfallenden Gegenständen getroffen.

Die Regionalflughäfen in Straßburg und Basel-Mülhausen-Freiburg im Grenzgebiet zu Deutschland wurden wegen des Sturms vorübergehend gesperrt, wie die Betreiber mitteilten. Auch der Eiffelturm in Paris wurde wegen Windböen von bis zu hundert Stundenkilometern geschlossen.

Rund 200.000 Haushalte vor allem im Norden Frankreichs waren nach Angaben der Behörden ohne Strom. Auch in Deutschland gab es in einzelnen Regionen Stromausfälle.