Deutschland hat für 2018 bisher keinen Platz für Flüchtlinge aus den Lagern des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR angeboten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den UN Mitte 2017 insgesamt 40.000 sogenannte Resettlement-Plätze in Europa in Aussicht gestellt. Über eine konkrete Aufnahme von Menschen aus den Camps in Nordafrika oder im Nahen Osten sei bislang aber "noch keine Entscheidung" getroffen worden, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf eine Grünenanfrage, aus der die Rheinische Post zitierte.

Von den zugesagten Aufnahmeplätzen hatte Deutschland den seiner Größe entsprechenden Anteil übernehmen wollen. Die deutsche Anmeldung hätte dem Bericht zufolge bis Oktober erfolgen sollen. Eine weitere Frist laufe im Februar ab.

Für 2018 drohe nun wegen der schleppenden Regierungsbildung "eine Nullnummer bei der wichtigen Resettlement-Aufnahme", kritisierte die Grünenabgeordnete Luise Amtsberg in der Rheinischen Post. Frankreich habe bereits gut 10.000 Plätze für Flüchtlinge aus UNHCR-Lagern angemeldet, Großbritannien knapp 8.000 und Schweden 8.750.