Nach Deutschland sind 2016 netto 500.000 Menschen eingewandert. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein drastischer Rückgang: 2015 waren noch netto 1,14 Millionen Menschen nach Deutschland gekommen. Grund für diesen Rückgang ist zum einen die Zahl der Zuwanderer: 2016 kamen mit 1,8 Millionen Menschen 13 Prozent weniger als 2015. Vor allem aber kommt die gesunkene Netto-Einwanderung durch eine gestiegene Abwanderung zustande: Mehr als 1,3 Millionen Menschen verließen Deutschland 2016, 37 Prozent mehr als 2015. Grund für den starken Anstieg der Abwanderung ist auch eine statistische Änderung bei der Berechnung der Deutschen, die wegziehen.

Die Hälfte aller Zugewanderten waren EU-Bürger, neun Prozent kamen aus europäischen Ländern, die nicht zur EU gehören. Unter den außereuropäischen Zuwanderern stellten Asiaten mit 26 Prozent die größte Gruppe. Fünf Prozent hatten die Staatsangehörigkeit eines afrikanischen Landes.

Hauptgrund für den sinkenden Zuzug ist nach Angaben des Amtes die weitgehende Schließung der Balkanroute für Flüchtlinge. Das Bundesamt berücksichtigt in seiner Rechnung die Zu- und Abwanderung insgesamt. Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak machten erneut den größten Teil der Migranten aus, die in höherer Zahl zu- als abwanderten. Die Zahl der Syrer sank jedoch, wenn man Zuzug und Wegzug miteinander verrechnet, von 298.000 (2015) auf 146.000. Die Zahl der Afghanen ging von 80.000 auf 56.000 zurück und die der Iraker von 60.000 auf 48.000.

Etwa 146.000 Zuwanderer waren Deutsche – entweder Spätaussiedler oder aus dem Ausland zurückkehrende Deutsche. Das war ein Anstieg um 25.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Zugleich verließen 281.000 deutsche Staatsangehörige Deutschland.

Insgesamt lebten Ende 2016 in Deutschland 82,5 Millionen Menschen.