In Deutschland wird so viel über Antisemitismus und das Judentum gesprochen wie seit Langem nicht. Den Echo, Deutschlands größten Musikpreis, wird es nicht mehr geben, nachdem er an zwei Rapper verliehen wurde, die für geschmacklose, manche sagen: antisemitische Songzeilen in der Kritik stehen. In Berlin wurde ein junger Israeli angegriffen, weil er eine Kippa trug. Tausende Bürgerinnen und Bürger verabredeten sich daraufhin aus Solidarität zum gemeinsamen Kippatragen. "Du Jude" gilt auf Schulhöfen als Beleidigung, jüdische Schülerinnen und Schüler werden gemobbt. Und im Bundestag sitzt inzwischen die AfD, deren prominenter Rechtsausleger Björn Höcke das Holocaust-Mahnmal in Berlin kürzlich noch als "Denkmal der Schande" diffamierte.

Wird Deutschland immer antisemitischer? Die Zahlen scheinen das nicht zu bestätigen. Mit Ausnahme von Berlin stagniert die Anzahl antisemitischer Taten weitgehend. Im vergangenen Jahr wurden laut Daten des Bundesinnenministeriums 1.453 Delikte gezählt, bei 32 davon handelte es sich um Gewalttaten. In den vergangenen Jahren war die Zahl ähnlich hoch.

Juden sollten nie wieder Angst haben, sich als solche zu erkennen zu geben, fordert die Justizministerin Katarina Barley (SPD). Ist das längst Realität – oder Wunschdenken? Wie unsicher ist Deutschland für Jüdinnen und Juden? Wir würden Sie gern selbst zu Wort kommen lassen.

Wie empfinden Sie die aktuelle Debatte zum Thema Antisemitismus? Haben Sie Erfahrungen mit antisemitischen Äußerungen und Übergriffen machen müssen? Mit welchen Vorurteilen sehen Sie sich konfrontiert? Wo beginnt für Sie Antisemitismus? Und welche politischen Maßnahmen wünschen Sie sich?

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