Bei Schüssen im Hauptquartier des Internetunternehmens YouTube in Kalifornien sind drei Menschen verletzt worden. Sie würden im Krankenhaus behandelt, teilte die Polizei mit. Eine verletzte Person befindet sich Medizinern zufolge in einem kritischen Zustand. Die Zahl von zunächst gemeldeten vier Verletzten durch Schüsse wurde von der Polizei später korrigiert; demnach verstauchte oder brach sich eine vierte Person bei der Flucht einen Knöchel.

Eine Frau hatte nach Polizeiangaben um die Mittagszeit in der Firmenzentrale um sich geschossen. Sie starb durch Verletzungen, die sie sich nach bisherigen Erkenntnissen anschließend selbst zugefügt haben soll. Ihre Leiche wurde laut Polizei im Inneren eines der YouTube-Gebäude gefunden. Zu der Identität und den möglichen Motiven der Frau äußerte sich die Polizei bisher nicht. Sie geht aber der Möglichkeit nach, dass es sich um eine Beziehungstat gehandelt haben könnte.

Die Polizei in San Bruno, einem Vorort südlich von San Francisco, war kurz vor 13 Uhr kalifornischer Zeit zu einem Großeinsatz mit Hubschraubern und Spezialkräften ausgerückt, nachdem Mitarbeiter des auf Webvideos spezialisierten Unternehmens Notrufe gesandt hatten. Die Polizei forderte die Bevölkerung des Vorortes daraufhin im Kurznachrichtendienst Twitter auf, die Zentrale des Google-Tochterunternehmens zu meiden. Das Gebäude wurde evakuiert.

Kein terroristischer Hintergrund

Das Weiße Haus teilte mit, Präsident Donald Trump sei über die Schießerei informiert worden. Die Behörden gehen nicht davon aus, dass die Tat einen terroristischen Hintergrund hatte. 

Google-Chef Sundar Pichai bezeichnete den Vorfall als einen "schrecklichen Akt von Gewalt". Viele Mitarbeiter stünden unter Schock. Er sagte den Betroffenen Hilfe zu, um die Tragödie zu überwinden. Firmensprecher Chris Dale sprach von einem "traurigen Tag für die YouTube-Familie".  

Allein in den letzten fünf Monaten kamen in den USA bei drei Amokläufen in Nevada, Texas und Florida über hundert Menschen ums Leben. Im März hatten Schüler und junge Leute in mehreren US-amerikanischen Städten Massenproteste organisiert, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren.