Was wird die Queen während der Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle tragen? Wann wird das Hochzeitspaar seine gemeinsame Kutschfahrt antreten? Und warum will die Braut eigentlich keine Trauzeugin an ihrer Seite? Die royale Hochzeit an diesem Samstag beschäftigt die Briten seit Wochen wie kein anderes Thema lange zuvor.

In Zeiten des Brexit hat allein schon die Diskussion eine einende Wirkung. Seit im Sommer 2016 eine knappe Mehrheit der Wahlberechtigten für den Austritt aus der Europäischen Union stimmte, ist die Bevölkerung gespalten. Nun gelingt es ausgerechnet dem vordergründig unpolitischen Königshaus, von dieser Spaltung abzulenken – und auf das Gemeinsame hinzuweisen.

Möglich ist das, weil sich viele Briten anders als beim Brexit einig sind, dass die Monarchie etwas Positives ist. Zwar existiert eine kleine republikanische Bewegung, die die Rolle der königlichen Familie kritisiert. Doch wirklich gefährlich wird sie dem Königshaus nicht. Im Gegenteil: Der Zuspruch für die königliche Familie ist in den vergangenen Jahren gestiegen.

#antiroyal - Warum die Hochzeit nicht jedem Briten zusagt Ganz Großbritannien fiebert der Hochzeit von Prinz Harry und Meghan Markle entgegen? Nein, es gibt auch Gegner. Was sie stört, sagen sie im Video. © Foto: Leon Neal / Getty Images

Das liegt auch an den Söhnen von Prinz Charles und Prinzessin Diana, an William und Harry. Sie verkörpern ein modernes Königshaus, das sich bürgernah gibt und sozial engagiert. Eskapaden aus der Vergangenheit, Affären und Partynacktfotos sind vergessen – die Briten stehen zu ihrem Königshaus.

Der Zuspruch für die Monarchie wächst

Nach der Hochzeit von Prinz William und seiner Frau Kate 2011 war der Zuspruch zur Monarchie in Großbritannien so groß wie Jahrzehnte zuvor nicht mehr. Ein Jahr später gaben 80 Prozent der Briten bei Befragungen an, sie bevorzugten die Monarchie gegenüber einer Republik. Es wäre nicht überraschend, wenn die Zahl nach der vorerst letzten royalen Hochzeit weiter steigen würde.

Dazu trägt auch die Braut viel bei. In den vergangenen Monaten konnte Meghan Markle viele Briten von sich überzeugen. Gemeinsam mit Prinz Harry besuchte sie einen Radiosender im Londoner Stadtteil Brixton, in dem viele Migranten leben. Markle selbst hat eine schwarze Mutter und einen weißen Vater. In der Vergangenheit hat sie in Reden, Interviews und Essays Rassismus thematisiert und über ihre Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihrer Hautfarbe gesprochen. Sie ist nicht wie eine Prinzessin aufgewachsen, war bereits einmal verheiratet. Schnell wurde klar, dass ihr Leben nicht immer wie im Bilderbuch verlief. Gerade deswegen können sich viele Briten mit ihr identifizieren.