Änderung beim Zulassungsverfahren: Medizinstudienplätze sollen künftig nicht mehr nach der bislang geltenden Wartezeitquote vergeben werden. Darauf haben sich Vertreter der 16 Bundesländer auf der Kultusministerkonferenz in Erfurt geeinigt. Die Abiturnote werde jedoch weiterhin ausschlaggebend für die Vergabe der Studienplätze sein, hieß es weiter. Demnach sollen mindestens 20 Prozent der Studienplätze an die Bewerber mit den besten Abschlussnoten vergeben werden. Die Beschlüsse der Konferenz sind für die Bundesländer nicht bindend.

Mit ihrer Entscheidung reagierten die Kultusminister auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember. Darin hatten die Richter das Vergabeverfahren für Medizinstudienplätze für teilweise verfassungswidrig erklärt und Neuregelungen bis Ende 2019 gefordert. Neben der Wartezeitquote monierten die Verfassungsrichter auch die fehlende Vergleichbarkeit der Abiturnoten in den verschiedenen Bundesländern. Dafür soll nun nach den Plänen der Kultusminister bis zu einer endgültigen politischen Lösung zunächst ein Ausgleichsmechanismus greifen.

Neben den Abiturnoten sollen künftig zwei weitere "eignungsbasierte" Kriterien bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen eine Rolle spielen, hieß es in einer Mitteilung der Minister. Welche das sind und welches Gewicht sie beim Vergabeverfahren haben werden, soll demnach noch in diesem Jahr geklärt werden.