Durch die Überschwemmungen in Japan sind mindestens 155 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 50 seien noch vermisst, teilte die Regierung mit. Es ist die höchste Opferzahl durch Regenfälle in Japan seit mehr als drei Jahrzehnten. Besonders heftig ist die Region Hiroshima betroffen. Starkregen hatte zu Hochwasser und Erdrutschen geführt. 75.000 Soldaten und rund 80 Hubschrauber sind für Such- und Rettungseinsätze mobilisiert worden.

Die Unwetter zogen dabei über ein großes Gebiet. Deshalb ist es schwierig, die Zahl der Opfer einzuschätzen. Betroffen sind außer dem Süden der Hauptinsel Honshu auch die südwestlichen Inseln Shikoku und Kyushu.

Die Regierung hat einen Krisenstab eingesetzt und zwei Milliarden Yen (15 Millionen Euro) für Katastrophenhilfe für die betroffenen Regionen im Südwesten Japans bereitgestellt, sagte Regierungssprecher Yoshihide Suga. Tausende waren noch ohne ausreichende Strom- und Wasserversorgung. Am Montag hatte der Regen aufgehört, am Dienstag litten die Menschen unter Hitze mit Temperaturen um 35 Grad Celsius. Ein Regierungssprecher warnte vor Hitzeschlägen.

Hochwasser und Erdrutsche haben einige Bahnstrecken und Straßen blockiert, manche Orte und Städte sind noch nicht oder nur schwer erreichbar. In einigen Supermärkten werden deshalb die Waren knapp. Viele Einwohner mussten sich auf die Dächer ihrer Häuser retten. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes in der Präfektur Ehime teilte mit, den Bewohnern würden per Boot und aus der Luft Essen und Wasser gebracht. "Es wird lange dauern, bis die zerstörten Gegenden sich erholen", sagte der Behördensprecher.