In Thailand hat ein neuer Tauchereinsatz zur Rettung der noch vier eingeschlossenen Jungen und ihres Trainers aus einer Höhle begonnen. "Wir planen, die vier Jungen und den Trainer herauszubringen", sagte der Leiter des Rettungseinsatzes, Narongsak Osottanakorn. Mit den Jungen sollen demnach auch ein Arzt und drei Taucher der thailändischen Eliteeinheit Navy Seals die überschwemmte Höhle verlassen.

In der Region im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar, gab es am Dienstag wieder heftige Regenfälle. In Südostasien ist gerade Monsun-Saison. Befürchtet wird, dass durch den Regen das Wasser in der Höhle so schnell steigt, dass die Hilfsaktion abgebrochen werden muss. Das Höhlensystem in der Bergkette des Doi-Nang-Non-Gebirges ist geologisch kaum erforscht, weshalb die Rettung der Jungen so schwierig ist. Die Kinder und Jugendlichen sind kilometertief in den Höhlen gefangen. "Wir wissen, dass es einen sehr großen Eingangsbereich gibt, danach folgen weitere Kammern. Grundsätzlich wird die Höhle rasch deutlich kleinräumiger", sagte die Höhlenforscherin Bärbel Vogel im Interview mit ZEIT ONLINE.

An dem neuen Rettungseinsatz sind mindestens 19 Spezialtaucher beteiligt, die meisten aus dem Ausland. Nach Angaben des Gouverneurs wird er möglicherweise länger dauern als an den ersten beiden Tagen, da neben den fünf Eingeschlossenen auch die Retter aus der Höhle geholt werden müssten.

Grafik: ZEIT ONLINE

Unklar ist, ob die Rettungskapsel, die der Tech-Unternehmer Elon Musk von seinen Ingenieuren entwickeln ließ, noch zum Einsatz kommt. Musk hatte mit seinem "U-Boot für Kinder" eine weitere Rettungsmöglichkeit angeboten. Ob das Gerät wie beworben funktioniert, lässt sich nicht sagen. Allerdings scheint Musk tatsächlich am Ort zu sein, wie er auf Twitter erkennen ließ.

Acht Jungen bereits befreit

Bei den ersten beiden Einsätzen wurden insgesamt acht Jungen gerettet. Inzwischen sind sie alle im Krankenhaus. Nach Angaben der behandelnden Ärzte und der Behörden geht es ihnen den Umständen entsprechend gut. "Keiner der acht Jungen hat heute Fieber", sagte Jesada Chokedamrongsuk vom Gesundheitsministerium. Alle seien geröntgt worden, zudem seien Blutuntersuchungen vorgenommen worden. Zwei Jungen erhielten indes wegen einer Lungenentzündung Antibiotika, sie seien aber "in normalem Zustand".

Die Jungen und ihr erwachsener Betreuer saßen seit dem 23. Juni in der Höhle fest. Das lokale Fußballteam war bei einem Ausflug in die Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non von den Wassermassen überrascht worden. Der Weg nach draußen ist fast vier Kilometer lang.

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Rettungsaktion in Thailand - Elon Musk will mit Mini-U-Boot helfen Mit einem Tauchboot und aufblasbaren Rettungskapseln wollen sich US-Firmen an der Rettung der in einer Grotte eingeschlossenen Jugendgruppe beteiligen. © Foto: Reuters