Bei dem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee im Osten Afghanistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Viele weitere seien verletzt worden, teilte der Polizeichef der Provinz Paktia mit. Der Selbstmordanschlag war während des Freitagsgebets im Inneren der Moschee in der Stadt Gardes verübt worden.

Nach Polizeiangaben drangen zwei Bewaffnete in die Moschee in der Provinzhauptstadt Gardes ein und eröffneten das Feuer auf die Gläubigen. Beide Attentäter hätten kurz darauf ihre Sprengstoffwesten gezündet. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff.

In Gardes gibt es nach Angaben der Provinzregierung nur eine kleine schiitische Gemeinde, der etwa 200 Familien angehören. Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten sind in Afghanistan traditionell nicht stark ausgeprägt. Sie nehmen aber zu, seit die in Afghanistan seit 2015 präsente Terrormiliz "Islamischer Staat" mit einer Anschlagsserie auf Schiiten begonnen hat.

Zivilisten leiden seit 17 Jahren besonders unter dem Konflikt in Afghanistan und werden häufig Opfer von Selbstmordattentaten und Bombenanschlägen. Selbst gebaute Sprengsätze waren im ersten Halbjahr 2018 für 877 zivile Opfer verantwortlich, darunter 232 Tote und 645 Verletzte. Vor zwei Wochen hatte die UN-Mission in Afghanistan (Unama) mitgeteilt, dass die Zahl der getöteten Zivilistinnen und Zivilisten zwischen Januar und Juni mit 1.692 einen neuen Höchststand erreicht habe. In Afghanistan wird im Herbst ein neues Parlament gewählt. Die Taliban und die IS-Miliz wollen alles daransetzen, die Wahlen zu sabotieren.