In Deutschland haben im vergangenen Jahr etwa 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund gelebt. Sie machen damit 23,4 Prozent an der Gesamtbevölkerung aus. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl damit um 4,4 Prozent gestiegen – geringer als etwa von 2015 zu 2016, teilte das Statistische Bundesamt mit. Nach der Untersuchung hat ein Mensch einen Migrationshintergrund, wenn er oder sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.

Die Zahlen basieren auf dem Mikrozensus, einer jährlichen Befragung von einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Im Jahr 2016 zählte das Statistische Bundesamt noch 18,6 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln. Ihr Anteil stieg damals um 8,5 Prozent – ein Rekord.

Etwas mehr als die Hälfte der Menschen mit ausländischen Wurzeln besitzt die deutsche Staatsbürgerschaft, 49 Prozent sind Ausländerinnen und Ausländer. Die meisten haben europäische Wurzeln. An der Spitze der Herkunftsländer liegt die Türkei (14 Prozent) gefolgt von Polen (11 Prozent): 2,8 Millionen Menschen haben einen türkischen, 2,1 Millionen einen polnischen Migrationshintergrund. 

Das statistische Bundesamt untersuchte zudem, welche Sprache in den Haushalten in Deutschland hauptsächlich gesprochen wird. Von 24 Millionen Mehrpersonenhaushalten in Deutschland wird demnach in 2,5 Millionen vorwiegend eine Fremdsprache gesprochen. Am häufigsten war dies Türkisch (17 Prozent).