Mehr als zwei Drittel der Europäerinnen und Europäer unterstützen laut einer Umfrage die weitere Aufnahme von Geflüchteten. Menschen, die aus ihren Ländern vor Gewalt und Krieg fliehen, würden im Durchschnitt 77 Prozent der Bevölkerung in Europa nach wie vor aufnehmen, ergab eine Umfrage des US-amerikanischen Pew-Instituts. In Deutschland stimmten 82 Prozent der Befragten zu, nur 16 Prozent sind dagegen. Das Pew-Institut hatte von Mai bis Juli unter anderem in den EU-Ländern Deutschland, Schweden, Spanien, Großbritannien, Frankreich, Niederlande, Griechenland, Ungarn, Italien und Polen je etwa 1.000 Personen befragt.

Drei EU-Staaten weichen demnach in den Umfrageergebnissen ab: In Italien liegt der Wert nur bei 56, in Polen bei 49 und in Ungarn nur bei 32 Prozent. Ungarn ist damit das einzige europäische Land, in dem eine klare Mehrheit der Bevölkerung jede weitere Aufnahme von Migrantinnen und Migranten ablehnt.

Gemeinsam ist den Befragten, dass sie die gemeinsamen Anstrengungen der EU, die Fragen der Zuwanderung zu bewältigen, negativ beurteilen. Dabei fallen die Umfrageergebnisse in Schweden, das neben Deutschland und Österreich pro Kopf die meisten Menschen aufgenommen hat, mit 84 Prozent und Ungarn mit 80 Prozent sehr ähnlich aus.  

Die EU versucht schon lange, die Flüchtlinge gerechter unter den Mitgliedsstaaten zu verteilen. Auch beim EU-Gipfel in Salzburg soll es wieder um das Thema gehen – vor allem um Lösungen für den Umgang mit aus dem Mittelmeer geretteten Migranten.

Dem UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR zufolge waren im Jahr 2017 weltweit fast 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Eine Route für Geflüchtete, die nach Europa wollen, führt über das Mittelmeer nach Spanien, Italien und Griechenland. Im vergangen Jahr erreichten laut UNHCR mehr als 160.000 Flüchtlinge auf diesem Weg Europa.