Drei von vier Deutschen lehnen einer Umfrage zufolge die Rodung des Hambacher Forsts ab. Der Aussage, die Bundesregierung solle die Rodung stoppen, stimmten in einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid 75 Prozent der Bevölkerung zu. Die Umfrage liegt ZEIT ONLINE vor. Ebenfalls eine Mehrheit der Deutschen befürwortet danach einen frühen Kohleausstieg.

Der Umfrage zufolge, die Emnid für das Kampagnennetzwerk Avaaz durchführte, wollen 73 Prozent der Deutschen einen Kohleausstieg bis zum Jahr 2030 oder früher. Unter Unterstützerinnen und Unterstützern von CDU und SPD sind sogar mehr als 80 Prozent dafür. 46 Prozent der Bevölkerung befürworten einen Kohleausstieg bis 2025.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forstes bei Köln abholzen, um weiter Braunkohle abbauen zu können. Aktivistinnen und Aktivisten wollen das verhindern und halten den Wald seit mehreren Jahren besetzt. Am vergangenen Donnerstag hatte die Polizei mit der Räumung begonnen und kommt dabei unerwartet schnell voran. Mehr als die Hälfte der Baumhäuser, die Besetzerinnen und Besetzer im Hambacher Forst errichteten, sind nach  Behördenangaben bereits geräumt.

Die Bundesregierung hat eine sogenannte Kohlekommission beauftragt, bis Ende 2018 eine Strategie zum Ausstieg aus der Kohle als Stromquelle zu erarbeiten. Ein Bericht des Spiegels über einen Zeitplan des Co-Vorsitzenden Pofalla, demnach zwischen 2035 und 2038 die letzten Kohlekraftwerke geschlossen werden sollen, hatte am vergangenen Wochenende für Ärger gesorgt. Die Vorsitzenden der Kommission betonten am Dienstag, es gebe "keinerlei Vorfestlegungen hinsichtlich der Ergebnisse der Kommission". Die Arbeit der Kohlekommission wird auch belastet durch den Konflikt über die Rodung des Hambacher Forstes.